Bankvorstände haben offenbar ihre Kontrolle nicht ausgeübt
Aktionäre entlasten Gontard-Führung

Die Aktionäre der Gontard&Metallbank haben bei der Hauptversammlung Vorstand und Aufsichtsrat des Geldhauses trotz harter Kritik an deren Risikokontrolle entlastet. 96,89 % des anwesenden Kapitals hätten der Entlastung des Vorstands, 97,12 % der des Aufsichtsrats zugestimmt, sagte ein Sprecher am Freitag.

Reuters FRANKFURT. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hatte beantragt, beiden Gremien die Entlastung zu verweigern, da sie aufsichtsrechtliche Vorschriften bei der Risikokontrolle missachtet hätten. Die als Investmentbank stark im Bereich Neuer Markt engagierte Gontard & Metallbank war im Geschäftsjahr 200/2001 in akute Schwierigkeiten geraten und hatte einen Vorsteuerverlust von 70 Mill. Euro erlitten.

Als Vertreter der SdK warf Rudolf Heinz Vorstand und Aufsichtsrat vor, bei der Risikokontrolle versagt zu haben. "Normale Risikokontrollmaßnahmen aus einem Lehrbuch, das vor 50 Jahren geschrieben wurde, sind für den Neuen Markt nicht ausreichend", sagte Heinz.

Vorwurf mangelnder Kontrolle

Die Kritik des Aktionärsvertreters richtete sich vor allem gegen die Bankvorstände Manfred Dahmen und Matthias Löw. Sie hätten ihre Kontrolle nicht ausgeübt und damit gegen ihre Pflichten verstoßen. Es stelle sich die Frage, ob die Vorstände die richtige Besetzung seien, sagte type="person" value="? Heinz, Rudolf">Heinz. Auch der Aufsichtsrat sei für die Kontrolle des Kredit- und des Marktausfallrisikos verantwortlich. Dieser Pflicht sei das Gremium nicht nachgekommen und könne nicht entlastet werden. Die Stellungnahmen von Vorstand und Management dazu nannte Heinz Schönfärberei. "Die Bank ist am totalen Kollaps vorbei geschlittert. Drei Wochen weiter und es hätte sie nicht mehr gegeben."

Vorstandschef Lothar Mark sagte, die Risikokontrollsysteme der Bank hätten funktioniert. "Was aber an den Märkten passierte, ist wohl als ein bisher einmaliges Phänomen anzusehen." Niemand habe sich vorstellen können, dass ein Aktienindex um 90 % fallen könne. "Wir waren zu optimistisch und unser Risikomix war nicht optimal", sagte Mark. Aufsichtsratschef Ulrich Wöhr sagte, das Kontrollgremium habe sich laufend über die Situation der Bank informiert. Der Verlust dürfe nicht beschönigt werden, dem Aufsichtsrat sei aber keine Pflichtverletzung vorzuwerfen.

Neues genehmigtes Kapital

Die Hauptversammlung stimmte außerdem einer Erhöhung des Kapitals der Bank um bis zu 24,6 Mill. Euro bis zum 14. Februar 2007 zu. Mit diesem neuen genehmigten Kapital will die Bank Mark zufolge einem neuen Großinvestor den Einstieg ermöglichen.

Scharfte Kritik an Gontard-Großaktionär Gold-Zack

Am derzeitigen Gontard-Großaktionär Gold-Zack übten Aktionäre ebenfalls scharfe Kritik: "Gold-Zack als Großaktionär ist das schlechteste Renomee für die Bank", sagte Heinz. Es sei nicht klar, ob die Beteiligungsgesellschaft überhaupt überlebe. Vor diesem Hintergrund sei es auch lange unklar gewesen, ob Gold-Zack die für das Überleben der Gontard-Bank notwendige Kapitalerhöhung mitmachen werde.

Die Bank hatte zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis eine Kapitalerhöhung um 15,3 Mill. Euro angekündigt, die von mehreren Investoren, darunter letztlich auch Gold-Zack, garantiert wurde. Mittelfristig will Gold-Zack die Beteiligung an der Bank aber abgeben. Die Suche nach einem Käufer für den Anteil ist derzeit aber ausgesetzt.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres hatte die Bank wieder einen Gewinn von 4,2 Mill. Euro erzielt. Mark bekräftigte vor den Aktionären am Freitag das Ergebnisziel von 9,2 Mill. Euro für 2001/2002. Nach Auffüllung des Genussscheinkapitals soll ein Vorsteuergewinn von 0,8 Mill. Euro erzielt werden.Die Aktie der Bank lag am Abend mit knapp einem Prozent im Plus bei 1,07 Euro.

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