Barak an Gesprächen beteiligt
Israel: Große Koalition wahrscheinlich

Neun Tage nach der Ministerpräsidentenwahl steht in Israel die Bildung einer großen Koalition aus rechtsgerichteter Likud-Partei und Arbeitspartei offenbar kurz bevor.

dpa TEL AVIV/WASHINGTON/ANKARA. Das israelische Fernsehen meldete am Mittwochabend, Verhandlungsteams beider Seiten hätten sich in Tel Aviv auf die Kräfteverteilung auf höchster Ebene zwischen den Parteien geeinigt. An den Gesprächen war auch der scheidende israelische Ministerpräsident Ehud Barak beteiligt.

Barak sagte nach Medienberichten, er sei zwar geneigt, wie nach seiner Wahlschlappe vom 6. Februar angekündigt für eine Weile aus dem politischen Leben auszuscheiden. Angesichts der angespannten Lage in Nahost werde jedoch in Israel und aus dem Ausland Druck auf ihn ausgeübt, das Verteidigungsministerium zu übernehmen. Der designierte Ministerpräsident Ariel Scharon (Likud) hatte Barak das Amt angeboten.

Likud und Arbeitspartei hatten sich am Montagabend bereits auf Leitlinien für die Fortsetzung der Friedensgespräche mit den Palästinensern geeinigt.

Nach dem blutigen Anschlag eines palästinensischen Busfahrers südlich von Tel Aviv, bei dem acht Israelis starben und 20 weitere verletzt wurden, rief US-Präsident George W. Bush Palästinenser und Israelis am Mittwoch auf, ihr Äußerstes zu tun, um die Gewalt zu beenden. "Der Teufelskreis von Gewaltakten und Gegenreaktionen in dieser Woche muss gestoppt werden", sagte Bush in einem Telefongespräch mit dem amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak.

US-Außenminister Colin Powell telefonierte am Mittwoch mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Auch dabei sei es unter anderem darum gegangen, wie die Gewalt gestoppt werden könne, sagte Außenamtssprecher Richard Boucher.

Arafat sprach sich während eines Besuchs in der Türkei gegen Terrorakte aus. "Was auch immer der Grund ist, wir sind natürlich gegen das Töten von Menschen." Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister Ismail Cem erklärte Arafat in Ankara, trotz der zunehmenden Gewalt im Nahen Osten wolle er einen dauerhaften Frieden erzielen.

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