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Barak fährt nicht nach Scharm el Scheich

Auf dem Gipfeltreffen sollte der jüngste Friedensplan zur Lösung der Nahost-Krise besprochen werden. Israels Regierung hatte den Vorschlag von Bill Clinton mit Vorbehalten akzeptiert. Die Palästinenser antworteten allerdings mit einem Fragenkatalog. Darauf sagte der ägyptische Präsident Mubarak das geplante Treffen ab.

Reuters JERUSALEM. Damit bestätigte das Büro Angaben aus ägyptischen Regierungskreisen, dass der kurzfristig in Scharm el Scheich anberaumte Nahost-Gipfel zwischen Barak, Mubarak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat nicht stattfinden werde. Stattdessen sollen sich Mubarak und Arafat in Kairo treffen, hatte ein ägyptischer Regierungsvertreter zuvor gesagt.

Bei dem Gipfeltreffen hätte der jüngste US-Friedensplan besprochen werden sollen. US-Präsident Bill Clinton hatte ihn in der vergangenen Woche als Grundlage für Schlussverhandlungen über einen Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern vorgeschlagen und bis Mittwoch Bedenkzeit gegeben.

Palästinenser antworteten mit Fragenkatalog auf Clintons´ Plan

Die Regierung Barak hatte in der Nacht mit zehn zu zwei Stimmen die Vorschläge "mit gewissen Vorbehalten" akzeptiert. Die Palästinenser wiederum übermittelten Clinton am Mittwochabend einen Katalog mit angeblich 45 Fragen, von deren Klärung sie eine Zustimmung abhängig machten.

Der palästinensische Unterhändler Sajeb Erekat sagte am Donnerstag im palästinensischen Rundfunk, man warte jetzt auf eine Antwort der USA auf die zahlreichen Fragen. Unter anderem habe man Washington um Aufklärung gebeten, wie viele palästinensische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren könnten.
Die US-Regierung hatte die Antwort Arafats bereits am Mittwochabend als "nicht ausreichend" bezeichnet. Angesichts der Entscheidung der Palästinenser sagte der ägyptische Präsident Husni Mubarak am frühen Morgen ein für Donnerstag geplantes Gipfeltreffen mit Barak und Palästinenserpräsident Jassir Arafat ab.

Umstrittener Friendensplan von Bill Clinton

Clintons Vorschlag sieht vor, dass die Oberfläche des Plateaus in der Altstadt Jerusalems unter palästinensische Souveränität fällt, während der Untergrund des Berges, unter dem die Reste des zweiten jüdischen Tempels begraben liegen, unter israelischer Hoheit bliebe. In ihrer Antwort an Clinton fordert die israelische Regierung unter anderem Landverbindungen zwischen verschiedenen jüdischen Siedlungen innerhalb arabischer Siedlungsgebiete in Jerusalem und dem Westjordanland.

Gespräch zwischen Barak und Mubarak geplant

Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen in Israel ist aber weiterhin ein Gespräch zwischen Barak und Mubarak geplant. Arafat flog am Donnerstag zu Konsultationen mit Mubarak nach Kairo.
Am späten Abend könne dann noch immer ein Treffen in dem ägyptischen Badeort stattfinden, hieß es. Die Entscheidung, dass Barak zum jetzigen Zeitpunkt nicht nach Scharm el Scheich fahre, sei in einem Gespräch zwischen Barak und Mubarak gefallen, teilte Baraks Büro mit.

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