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Barak zieht sich aus Politik zurück

Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Barak will nun doch aus der Politik ausscheiden. Das Erste Israelische Fernsehen meldete am Dienstagabend, Barak habe dem neu gewählten Regierungschef Ariel Scharon schriftlich mitgeteilt, er wolle nicht wie vereinbart das Amt des Verteidigungsministers in einer großen Koalition zwischen Likud und Arbeitspartei übernehmen.

dpa JERUSALEM. Barak will nach diesen Angaben auch vom Vorsitz der Arbeitspartei umgehend zurücktreten, jedoch nicht aus der Partei ausscheiden. Nach seiner verheerenden Wahlniederlage am 6. Februar hatte er zunächst erklärt, er wolle für eine Weile aus dem politischen Leben ausscheiden. Am vergangenen Donnerstag hatte er dann jedoch überraschend eine Kehrtwende vollzogen und mit Scharon die Bildung einer großen Koalition vereinbart. Diese Entscheidung hatte harte Kritik an Barak auch innerhalb der eigenen Reihen hervorgerufen.

Scharon hatte am Vortag gesagt: "Barak war ein sehr guter Soldat. Unter einer anderen Politik, unter meiner Führung wird er sehr gut funktionieren." Barak wies dies jedoch mit israelischen Rundfunk mit den Worten zurück: "Wir sind keine Befehlsvollstrecker der Rechten."

Mehrere Abgeordnete der sozialdemokratischen Arbeitspartei hatten am Dienstag zudem beschlossen, Barak ihre Unterstützung zu entziehen. Sie sprachen sich nach einem Treffen mit dem ebenfalls Barak- kritischen Knesset-Präsidenten Avraham Burg dagegen aus, dass Barak in einer möglichen großen Koalition mit der Likud-Partei Verteidigungsminister wird.

Scharon setzte am Dienstag seine Bemühungen um eine baldige Regierungsbildung mit Gesprächen mit Vertretern rechtsgerichteter Fraktionen im Parlament (Knesset) fort. Er traf am Nachmittag mit Natan Scharanski, dem Vorsitzenden der überwiegend von russischen Emigranten gewählten Partei "Israel durch Einwanderung"-Partei, zusammen. Für den Abend war ein Treffen mit zwei als rechtsradikal geltenden Politikern geplant. Barak hatte zuvor eine Koalition mit Scharon ausgeschlossen, wenn diese höchst umstrittenen Politiker in die Koalition einbezogen werden.

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