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Barbara Rittners Seitenwechsel

Barbara Rittner hat geschafft, was nur wenige Tennis-Profis von sich behaupten können: einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben nach der eigenen Karriere.

dpa HAMBURG. Barbara Rittner hat geschafft, was nur wenige Tennis-Profis von sich behaupten können: einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben nach der eigenen Karriere.

Anfang kommenden Jahres beerbt sie den neuen Sportdirektor Klaus Eberhard als Fedcup-Kapitän. "Dass ich gleichzeitig meine Karriere beendet habe, ist fast ein bisschen untergegangen", sagte die in den letzten Monaten von Verletzungen geplagte 31-Jährige. "Aber ich stehe jetzt vor der tollen Herausforderung, meine Erfahrungen weitergeben zu können."

Barbara Rittner war nie die glänzende Einzelspielerin, obwohl der Junioren-Titel in Wimbledon 1991 zunächst viel versprach. Zwei Turniere hat sie in 15 Jahren gewonnen, zwischen dem ersten, 1992 in Schenectady/USA, und dem zweiten Titel, 2001 in Antwerpen, lagen neun Jahre. Im Februar 1993 war sie die Nummer 24 in der Welt - eine Platzierung, die sie nie mehr erreichte.

Doch immer wenn es um die Sache der Mannschaft ging, lief die nach dem Abschied von Steffi Graf und Anke Huber als "Mutter der Kompanie" geltende Leverkusenerin zu Höchstform auf. "Ich war immer mit dem Herzen dabei, und das erwarte ich auch künftig von den Spielerinnen." Sie kennt das Gefühl, die silberne Fedcup-Trophäe in den Händen zu halten. Beim zweiten deutschen Sieg 1992 bildete sie mit Graf und Huber ein erfolgreiches Team. Im letzten ihrer 29 Fedcup-Matches half sie im Juli in der Ukraine mit, dass die nur noch zweitklassigen deutschen Damen nicht in die dritte Liga durchgereicht wurden.

Von neuen Höhenflügen will die "Wunschkandidatin" des DTB-Präsidiums nichts wissen. "Kurzfristig geht es nur um den Klassenerhalt." Auch um den Nachwuchs soll sich Barbara Rittner kümmern und im Zusammenspiel mit Eberhard ein Konzept auf die Beine stellen. "Ich freue mich, dass Klaus Sportdirektor geworden ist, weil wir sehr gut miteinander können", sagt sie über ihren alten und neuen Chef.

Auch ihr Daviscup-Pendant Patrik Kühnen akzeptiert die neue Struktur im Profi-Tennis; um den Posten des Sportdirektors habe er sich nicht beworben. "Ich bin auf dem Platz zu Hause und gern aktiver Trainer", meinte der 38-Jährige, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte. "Ich arbeite prima mit Klaus Eberhard zusammen, und es war eine meiner Forderungen, dass die Dienstwege kürzer werden." Genau wie Rittner ist Kühnen allein verantwortlich für den Mannschafts-Wettbewerb und will bei den deutschen Turnieren künftig auch B-Kader-Spieler ans raue internationale Geschäft gewöhnen.

Zwar hat er mit einem "Not-Team" ohne Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler im September in der Slowakei den Wiederaufstieg in die Weltgruppe verpasst, doch sein Verdienst ist es, dass aus zerstrittenen Einzelgängern eine Einheit gewachsen ist. Vor einem ähnlichen Problem steht Barbara Rittner, denn in Anca Barna weigert sich die deutsche Nummer zwei hinter Marlene Weingärtner nach einem Streit mit Eberhard seit einem Jahr, im Fedcup zu spielen. "Ich werde mit allen Spielerinnen sprechen", kündigte die neue Team-Chefin an. "Jede bekommt eine Chance, aber es müssen alle an einem Strang ziehen, damit wir den Karren wieder aus dem Dreck bekommen."

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