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Barmer und TK erhöhen ihre Beiträge

Als erste große Ersatzkassen haben die Barmer-Ersatzkasse und die Techniker Krankenkasse (TK) deutliche Erhöhungen ihre Beitragssätze beschlossen.

rtr BERLIN. Die neun Mill. Versicherten der Barmer müssen ab dem 1. Januar 2001 14,5 % ihres Bruttoeinkommens zahlen, die 3,4 Mill. TK-Versicherten 13,7 %. Bei der Barmer bedeutet dies eine Anhebung um 0,6&Prozentpunkte, die TK erhöhte um 0,5&Prozentpunkte. Die Kassen begründeten ihren Schritt am Freitag mit den gestiegenen Ausgaben für Arzneimittel und der Belastung durch Übernahmen von Kosten anderer Sozialversicherungen. Einen negativen Einfluss auf die Finanzsituation der Kassen habe auch die Entwicklung der Konjunktur und des Arbeitsmarkt.

Barmer und Techniker leiten mit dem Beschluss ihrer Verwaltungsräte eine seit Wochen angekündigte Runde von Beitragssatzerhöhungen bei den gesetzlichen Krankenkassen ein, von denen rund 28 Millionen gesetzlich Versicherte betroffen sein werden. Nach Einschätzung der Kassen wird dadurch der durchschnittliche Beitragssatz von derzeit 13,6 % auf mindestens 14 % im Jahr 2002 steigen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat einen Durchschnitts-Satz von unter 14 % prognostiziert. Der Beitragsanstieg bei den Krankenkassen läuft dem Ziel der Bundesregierung zuwider, die Lohnnebenkosten zu senken.

Den Ausgabenanstieg bei den Arzneimitteln schreiben die Kassen der Abschaffung der Ausgabenbeschränkungen durch Schmidt zu. Die TK erklärte, allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres habe sie 11,5 % mehr für Medikamente ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Als weitere finanzielle Belastung nennen die Kassen die Auswirkungen der Rentenreform sowie durch die Absenkung der Krankenversicherungsbeiträge für Empfänger von Arbeitslosenhilfe. Die am Freitag vom Bundesrat verabschiedete Reform des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen bezeichnete die Barmer als unzureichend.

In den kommenden Tagen beraten auch die Kaufmännische Krankenkasse (KKH), die Gmünder Ersatzkasse (GEK), die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), die Handelskrankenkasse (HKK) und diverse Landesverbände der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) über Beitragssatz-Erhöhungen. Die Barmer hatte ihren Beitragssatz fünf Jahre stabil gehalten, die TK hatte ihren Satz 1998 gesenkt und seitdem nicht mehr verändert.

Der Beitragssatz der Pflegeversicherung bleibt von den Erhöhungen unberührt. Er ist gesetzlich auf 1,7 % festgelegt.

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