Barrel wieder über 32 Dollar
Möglicher Lieferstopp Iraks treibt Ölpreis

Reuters LONDON. Ein möglicherweise drohender Stopp der irakischen Öllieferungen ab 1. November hat die Ölpreise am Donnerstag wieder auf ein Niveau um 32 $ getrieben. In London wurde das Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent im Dezember-Kontrakt nach Angaben von Händlern am Abend mit 31,85 $ um 49 Cents teuerer gehandelt als am Vorabend. In der Spitze war der Preis im Tagesverlauf bis auf 32,16 $ geklettert. Hintergrund der möglichen Einstellung der Ölexporte ist die Forderung Iraks, seine Ölrechnungen auf Euro anstelle des bislang international verwandten $ umzustellen. Der Irak bestehe auf der Bezahlung seiner Ölrechnungen in Euro, hieß es in Kreisen in Dubai. Der UNO-Sanktionsausschuss will am 30. Oktober über die Forderung Iraks beraten. Den Kreisen in Dubai zufolge wird Irak Ölkontrakte ab dem 1. November voraussichtlich keine Kontrakte mehr einlösen, wenn die USA sich weiterhin weigerten, irakisches Öl in Euro zu bezahlen.

"Es ist unwahrscheinlich, dass der Irak neue Ölkontrakte eingeht, wenn die USA die Bezahlung irakischen Öls in Euro ablehnen und Bagdad im Gegenzug dennoch auf der Abrechnung in der europäischen Gemeinschaftswährung besteht," sagten irakische Kreise der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist eine politische und keine technische Angelegenheit," hieß es in den Kreisen. Irak unterliegt seit dem Golfkrieg 1990 Sanktionen der UNO und darf auch Öl nur im Rahmen des Programms Öl gegen Lebensmittel ausführen. Derzeit führt Irak unter dem Programm täglich 2,3 Mill. Barrel Öl aus. Diese Menge entspricht etwa fünf Prozent der weltweiten Ölexporte.

Die in Paris ansässige Internationale Energie-Agentur (IEA) teilte dazu mit, ein eventueller Stopp der irakischen Erdölexporte von 2,3 Mill. Barrel pro Tag hätte ernste Schockwirkung auf das Marktgeschehen. Die IEA werde ein Treffen arrangieren, um über gegebenenfalls zu ergreifende Maßnahmen zu beraten.

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