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Barroso arbeitet vor EU-Gipfel mit Hochdruck an neuem Team

Der künftige EU-Kommissionsvorsitzende José Manuel Barroso arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Team.

dpa-afx BRÜSSEL. Der künftige EU-Kommissionsvorsitzende José Manuel Barroso arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Team. Unmittelbar vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs intensivierte der Portugiese am Mittwoch seine Kontakte mit den EU-Staaten, die umstrittene Kandidaten nach Brüssel entsenden wollen. Zuvor hatte Lettland bereits seine Anwärterin Ingrida Udre ersetzt. Auch der Italiener Rocco Buttiglione verzichtete auf seine Kandidatur.

Mit dem Rückzug Udres und Buttigliones war die Umbildung des Barroso-Teams aber noch nicht abgeschlossen. Der designierte Kommissionspräsident arbeite weiter an seiner Liste, sagte seine Sprecherin Pia Ahrenkilde. In die "schwierigen Verhandlungen" seien auch die Fraktionsvorsitzenden im Europa-Parlament eingebunden. das Parlament muss die Kommission als Ganzes bestätigen.

Der niederländische EU-Ratsvorsitz drang unterdessen auf eine rasche Lösung: "Es ist der klare Wunsch der Präsidentschaft, dass dies so bald wie möglich gelöst wird", sagte ein ranghoher Vertreter der Regierung in Den Haag. Aus dem Umfeld Barrosos hieß es, "es wäre gut", wenn die Liste noch für den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag fertig würde. Ahrenkilde sagte: "Barroso wird sein neues Team vorstellen, sobald es zusammengestellt ist."

In der Kritik steht auch die Niederländerin Neelie Kroes, die für das Amt des Wettbewerbskommissars vorgesehen ist. Abgeordnete des Europa-Parlaments werfen ihr allzu enge Verflechtungen mit der Wirtschaft vor. Als Wechselkandidat gilt zudem der Ungar Laszlo Kovacs, der wenig Kenntnisse für sein vorgesehenes Amt als Energiekommissar mitbringt. Der Dänin Mariann Fischer Boel, die Agrarkommissarin werden will, wird ein möglicher Interessenkonflikt wegen der landwirtschaftlichen Tätigkeit ihres Mannes vorgehalten.

Buttiglione hatte die Abgeordneten mit der Bemerkung verärgert, er halte Homosexualität für eine Sünde. Die italienische Regierung präsentierte zunächst keinen neuen Kommissionskandidaten, doch wird Außenminister Franco Frattini als Anwärter gehandelt. Lettland will Andris Piebalgs nach Brüssel entsenden. Damit würde allerdings der Frauenanteil in der neuen Kommission, dem Barroso hohe Bedeutung zumisst, weiter schrumpfen.

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