Baseball
Wenn Chinesen gegen Chinesen spielen

Seit Jahrzehnten herrscht Kriegszustand zwischen Taiwan und der Volksrepublik China. An diesem Freitag treten die Baseball-Mannschaften der beiden Länder gegeneinander an. Es ist eine Begegnung mit weltpolitischer Dimension.

TAIPEH. Mit lauten Paukenschlägen, Gesang und Trillerpfeifen versuchen sich die Fans der Baseball-Mannschaften La News und The Whales gegenseitig zu übertrumpfen. Die Ränge des Stadions im Vorort Xinchung der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh sind - wenige Wochen vor den Olympischen Spielen - gut gefüllt. Jeder Club hat eine eigene Band mitgebracht. Baseball ist auf der Insel vor Chinas Küste Nationalsport. Kaum eine andere Sportart lockt so viele Fans in die Stadien und vor den Fernseher.

Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die 24 Nationalspieler, die in Peking um Olympisches Gold kämpfen. Denn die Spiele in China sind ganz besondere, sagt Yin-Zhong Hong, der Nationaltrainer: "Wir stehen unter einem enormen Druck. Wir dürfen unser Gesicht nicht verlieren. Das ist eine Frage der Ehre", sagt der Coach. Denn der Einsatz in Peking ist nicht nur rein sportlicher Natur.

Zwischen Taiwan und der Volksrepublik China herrscht seit Jahrzehnten Kriegszustand. In der Wasserstraße zwischen dem Festland und der Insel haben die Chinesen Raketen stationiert. Die Taiwaner drohen damit, den Dreischluchten-Staudamm anzugreifen, sollten sie sich gegen China zur Wehr setzen müssen. Zwar gibt es seit dem Machtwechsel in Taiwan vor einigen Monaten erste Zeichen der Entspannung zwischen den beiden Ländern, aber der Auftritt der Taiwaner in Peking ist dennoch ein Balance-Akt.

"Weil unser Land von der internationalen Gemeinschaft nicht offiziell anerkannt ist, dürfen wir bei den Olympischen Spielen weder unsere Fahne noch unsere Nationalhymne zeigen. In China ist das besonders erniedrigend", sagt Chen-Wie Lin von der Oppositionspartei DPP. Stattdessen nehmen die Athleten die Flagge ihres nationalen Olympischen Komitees mit nach Peking. Außerdem haben sie die Anweisung bekommen, keine politischen Statements abzugeben während der Wettkämpfe. Sie dürfen sich höchstens außerhalb, in der sogenannten internationalen Zone, äußern.

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