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Basel II: Bundesbank prüft ab sofort interne Ratingsysteme

Der Druck auf die deutschen Kreditinstitute bei der Einführung der neuen Eigenkapitalregeln für ...

Der Druck auf die deutschen Kreditinstitute bei der Einführung der neuen Eigenkapitalregeln für Banken (Basel II) wächst. Noch vor Weihnachten erhalten die Institute Post von der Deutschen Bundesbank, in der sie dazu aufgefordert werden, ihre internen Verfahren zur Kreditrisikomessung möglichst frühzeitig bei der Aufsicht zur Genehmigung vorzulegen, wie der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Edgar Meister im Gespräch mit der Börsen-Zeitung ankündigte, so ein Bericht vom 18. 12. 2004.
Schon in zwölf Monaten sollen die Institute diese Ansätze probeweise verwenden, bevor sie 2007 verpflichtend eingeführt werden. Rund 200 Kreditinstitute in Deutschland fallen in diese Kategorie, mehrere hundert weitere Banken fuhren ein Jahr später genehmigungspflichtige Ratingansätze ein.
Um einen Antrags- und Prüfungsstau in den Monaten vor Inkrafttreten der neuen Eigenkapitalregeln zu vermeiden, nähmen Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ab sofort Genehmigungsanträge entgegen, sagte Meister. Die beiden Institutionen hätten ein einheitliches Konzept entwickelt, nach dem die Ratingsysteme der Banken geprüft würden.
Zugleich wächst der Druck von Seiten der internationalen Bankenaufseher auf die Institute. Die dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht angehörenden Vertreter von Aufsichtsbehörden aus 13 Staaten haben sich vor wenigen Tagen darauf verständigt, den letzten Feinschliff an Basel II schon ein Vierteljahr früher vorzunehmen als bisher geplant. Das verlautete aus gut informierten Kreisen. Demnach sollen die Risikogewichte für bankintern bewertete Kreditnehmer spätestens Mitte 2006 endgültig festgelegt werden. Durch die vorgezogene Kalibrierung hätten die Banken mehr Zeit, die Vorgaben in ihre Systeme zu integrieren, begründeten die Kreise den verschärften Zeitplan. Um diesen zu gewährleisten, müssen die Banken nun schon im vierten Quartal 2005 entsprechende Daten an die Aufsicht liefern und nicht erst Anfang 2006.
Vor wenigen Tagen hat sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht darauf geeinigt, dass Banken, die interne Ratingansätze einführen, bis zu 8% ihres Kreditportfolios dauerhaft davon ausnehmen können (Partial Use). Stattdessen können sie dafür den simpleren Standardansatz verwenden, der auf Ratings externer Agenturen basiert.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 21.12.2004

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