Basel II schafft Handlungsbedarf für Banken
Risikomanagement im Kreditgeschäft

Die anstehende Neuordnung der Eigenkapitalvorschriften durch die Bank für internationalen Zahlungsausgleich - bekannt als "Basel II" - hat weitreichende Auswirkungen auf die Kreditwirtschaft. Besonders intensiv befassen sich die neuen Vorschriften mit dem Kreditgeschäft der Banken.

Die Fokussierung auf dieses wichtige strategische Geschäftsfeld ist auch gut begründet. Da Kreditausfälle existenzbedrohend sein können, ist ein modernes Kreditrisikomanagement unverzichtbar; zudem werden die Margen im Kreditgeschäft der Banken aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs immer enger. Das Eingehen von Risiken ohne sorgfältige Bonitätseinstufung ist daher zu vermeiden.

Weitere Bedeutung gewinnt das Thema Risikomanagement im Kreditgeschäft durch die "Einführung der Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK)". Der Entwurf dieser Richtlinie wurde im Februar durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen veröffentlicht. Er beinhaltet Anforderungen an die Organisation des modernen, risikobewussten Kreditgeschäfts.

In den bisherigen Basler Eigenkapital-Vorschriften werden "gute"und "schlechte" Kredite durch die Kreditinstitute pauschal in gleicher Höhe mit Eigenkapital abgesichert. Dies hat zur Folge, dass gute Kunden tendenziell zu viel, schlechte zu wenig für einen Kredit bezahlen; gute Kreditnehmer subventionieren also bisher die Schlechten. Künftig wird diesem Mangel begegnet, indem sich die Eigenkapitalanforderungen stärker an der Bonität des Kreditnehmers orientieren. Riskante Kredite werden somit teurer.

Kern der Basel II-Anforderungen ist daher die Bonitätseinstufung mit Hilfe eines Ratingsystems. Das Rating trifft eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Am Kapitalmarkt ist dies schon lange üblich. Das externe Rating, das von Agenturen wie Moody's oder Standard & Poor's erstellt wird, bilden Banken im sogenannten internen Rating nach. Heraus kommt eine Art Schulnote und eine kreditnehmerspezifische Risikoprämie, die auf den Kreditzins aufgeschlagen wird. Die Idee eines Ratings zur Beurteilung der Bonität von Schuldnern ist nicht neu, die Ratingnote muss aber nach Basel II und MaK künftig unmittelbar Auswirkung auf den Preis haben. Die Bank kann damit erstens bonitätsmäßig guten Kunden attraktive Preise bieten. Zweitens kann sie auch bonitätsschwachen Kunden zu entsprechend höheren Konditionen ein Kreditangebot machen.

Um die Anforderungen von Basel II erfüllen zu können, bedarf es einer Reihe von Maßnahmen. Schon heute besteht ein gehöriger Zeitdruck, sich für die Anforderungen von morgen zu rüsten.

Das bedeutet, dass möglichst frühzeitig entsprechende Ratingsysteme als Grundlage für die künftigen Schätzungen eingesetzt werden müssen. Neben der Auswahl und Umsetzung von Ratingsystemen und den darauf aufbauenden Systemen zur risikoadäquaten Bepreisung gewinnt auch die Messung von Kreditrisiken auf Portfolioebene immer mehr an Bedeutung, mit denen Diversifikationseffekte aufgezeigt und Steuerungsmaßnahmen abgeleitet werden können.

Der Einsatz der genannten Systeme stellt große Anforderungen an den Datenhaushalt der Kreditinstitute. Die Einführung einer zentralen Datenbasis im Sinne eines Datawarehouse, das den gesamten Kreditprozess vom Rating über das Pricing bis hin zum Portfoliomanagement durchgängig unterstützt, ist daher unabdingbar.

IT-Dienstleister wie beispielsweise die msg systems ag unterstützen das Bankgewerbe bei diesen fachlichen und technischen Herausforderungen.



  • Prof. Dr. Konrad Wimmer, Leiter Business Center Finance und Dipl.- Wirtschaftsmathematiker;





  • Georg Müller, Consultant mit Schwerpunkt Risikomanagement; msg systems ag (Ismaning/München).



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