BASF-Aufsichtsrat diskutiert Verkaufspläne für Knoll AG
Auch der US-Konzern Abbott interessiert sich für BASF Pharma

Bei BASF überwiegt die Erwartung, dass das Gremium grünes Licht für konkrete Verhandlungen zum Verkauf der Pharmatochter Knoll AG geben wird.

shf/rtrLUDWIGSHAFEN. Als Hauptinteressent gilt allerdings inzwischen nicht mehr der US-Konzern Eli Lilly, sondern der ebenfalls in den USA ansässige Pharma- und Diagnostika-Hersteller Abbott Laboratories. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist Lilly sogar aus den Vorgesprächen komplett ausgestiegen, ebenso wie Sanofi-Synthélabo.

Die betroffenen Unternehmen wollten dazu nicht Stellung nehmen. "Das kann ich nicht kommentieren", sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. Der BASF - Aufsichtsrat sollte am Donnerstagmorgen in der Konzernzentrale in Ludwigshafen zu einer Sitzung zusammenkommen. Er soll dabei nach Angaben aus dem Kontrollgremium nahe stehenden Kreisen über den Verkauf des BASF BASF-Pharmageschäfts, gehe dabei von einem geschätzten Verkaufswert von 14 bis 16 Mill. DM aus, hieß es in den Kreisen weiter.

Experten spekulieren seit langem über eine Abgabe des relativ kleinen Pharmageschäfts, der acht Prozent zum Konzernumsatz beiträgt.

Die neu aufgeflammten Spekulationen über eine bevorstehende Trennung vom Pharmageschäft gaben der BASF-Aktie gestern weiteren Auftrieb. In einem schwachen Umfeld legte sie bis zum Nachmittag um knapp 1 % auf 46,15 Euro zu. Viele Analysten begrüßen es, dass sich der Konzern auf seine Chemie-Aktivitäten konzentrieren will.

Hier der aktuelle Kursverlauf

Die Pharma-Sparte der BASF verbuchte in den ersten neun Monaten zwar ein vergleichbares Umsatzplus von 18 %, gilt mit einem Gesamtumsatz von voraussichtlich 2,5 Mrd. Euro in diesem Jahr aber als international nicht schlagkräftig genug. Ihr Wert wird auf etwa 6 Mrd. $ geschätzt.

Für ein Interesse Abbotts spricht unter anderem die Tatsache, dass der US-Konzern in Deutschland und Europa bisher wesentlich schwächer vertreten ist als zum Beispiel Lilly. Zudem leidet Abbott unter einem relativ geringen Wachstum im Pharmageschäft von lediglich knapp 5 %. Bis Ende September verbuchte die Gruppe einen Gesamtumsatz von 10 Mrd. $, davon etwa 5,3 Mrd. $ mit Arzneimitteln und Krankenhausprodukten.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren hat Abbott verstärkt Medikamente einlizenziert. Bei BASF Pharma gilt das Rheuma-Entwicklungsprodukt D2E7 als wichtigster Hoffnungsträger.



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