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BASF bleibt auf Gewinnkurs

vwd LUDWIGSHAFEN. Ein gut bestelltes Haus und der Rückenwind der Konjunktur werden dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF auch 2005 einen Gewinnanstieg ermöglichen. Eine Trendwende bei dem in weiten Teilen boomenden Chemiegeschäft sehen Analysten bisher nicht. Starkes Mengenwachstum, Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen bescherten der BASF bereits in den ersten drei Quartalen 2004 ein glänzendes Geschäft und eine erhebliche Gewinnzunahme. Mindestens für das erste Halbjahr 2005 erwarten Analysten noch eine deutlich positive Entwicklung der Chemiekonjunktur.

BASF werde daher Gewinnsteigerungen realisieren können, sagte beispielsweise Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Sie erwartet den Höhepunkt des Chemiezyklus sogar erst Ende 2005 bis Anfang 2006. Besonders in den zyklischen Geschäftsbereichen könne die BASF weiter mit einer positiven Geschäftsentwicklung rechnen, sagte sie. Die von dem Chemiekonzern genannten Risikofaktoren - der hohe Ölpreis, der schwache Dollar und ein gedämpfter Konsum - sollten nach Ansicht der Experten nicht überbewertet werden.

Öl- und Gasgeschäft gleicht Belastungen in Chemiesparten aus

Die für ihre konservativen Prognosen bekannte BASF habe auch schon zu Beginn 2004 auf diese Risikofaktoren hingewiesen, heißt es bei Analysten. Natürlich werde BASF von der Währungsentwicklung und vom hohen Ölpreis belastet, sagte Petra Meyer von Sal. Oppenheim. Im Unterschied zu anderen Chemieunternehmen habe sich BASF mit ihrer Öl- und Gassparte jedoch einen Ausgleich für Rohstoffverteuerungen in anderen Sparten geschaffen. Unternehmensspezifische Risiken sieht die Analystin bei BASF 2005 nicht. Beim Gewinn (Ebit) rechnet sie für 2005 noch mit einem Wachstum um 4 Prozent.

Im zweiten Halbjahr sei wegen der hohen Vergleichsbasis des Vorjahres aber mit einer abnehmenden Dynamik des Anstiegs zu rechnen, sagte Meyer. Stegemann erwartet, dass vor allem die zyklischen Sparten Chemikalien und Kunststoffe an der guten Chemiekonjunktur partizipieren werden. Bei Chemikalien ist die Vorjahresbasis allerdings bereits sehr hoch. Positiv gestimmt ist Analystin Meyer auch für den Bereich Pflanzenschutz. Nachdem das Geschäftsergebnis in dieser Sparte in der ersten Zeit nach dem Milliardenerwerb der Cynamid 2001 nicht befriedigen konnte, scheine BASF nun in der Agrochemie auf dem Weg zu guten Erträgen zu sein.

Pflanzenschutzgeschäft soll Rendite steigern

Spätestens 2006 will der Chemiekonzern im Pflanzenschutz eine Ebitda-Rendite vor Sondereinflüssen von 25 Prozent erreichen. Dabei setzt BASF auf ein Wachstum mit Produkten, bei denen höhere Margen anfallen. Das Sortiment soll dabei von derzeit 170 Produkten auf weniger als 100 Wirkstoffe reduziert werden. Bereits 2005 werde BASF andererseits einige Produkte am Markt neu einführen, sagte Meyer. Positiv wirkten sich außerdem Portfoliooptimierung und Kostensenkung in der Sparte aus.

Für das Chemiegeschäft erwartet die BASF 2005 guten Rückenwind, auch wenn die Weltkonjunktur etwas schwächeln sollte. Dessen ungeachtet will der Konzern seine Programme zur Kostensenkung fortsetzen. Eine Restrukturierungspause könne sich BASF nicht leisten, hatte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht im November erklärt. Ein Vorteil für BASF: Das Unternehmen hat bereits sehr frühzeitig die Restrukturierung in Angriff genommen, sie gehöre bei BASF zum normalen Geschäft, betonen Analysten. Ein Zwang, einschneidende, alle Unternehmensbereiche umfassende Einsparprogramme in die Wege zu leiten, bestehe bei BASF daher nicht.

In Nordamerika will die BASF bis 2006 die Kosten um jährlich mehr als 250 Mio US-Dollar verringern. Am Standort Ludwigshafen sollen bis Ende 2005 die Kosten um 450 Mio Euroo sinken. Das hoch profitable Öl- und Gasgeschäft will das Unternehmen ausbauen. In Libyen will der Konzern bis 2006 rund 400 Mio US-Dollar investieren. Auch Asien wird in der Wachstumsstrategie der BASF 2005 eine wichtige Rolle spielen. Im chinesischen Nanjing wird dann der neue Verbundstandort in Betrieb genommen. Hier werde sich zeigen, ob die BASF die hohen Erwartungen an die Asienstrategie erfüllen kann, erklären Experten. Das Werk werde allerdings erst 2006 substanziell zum Gewinn beitragen können.

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