BASF ein Kandidat für den Stoxx50
Dax-Abschied von Epcos möglich

Der Technologiekonzern Epcos könnte nach Einschätzung von Experten bei der an diesem Dienstag anstehenden Überprüfung des Deutschen Aktienindex aus dem Börsenbarometer ausscheiden. Außerdem werden weitreichende Veränderungen beim MDax erwartet.

Reuters FRANKFURT. "Ich bin der Meinung, Epcos wird den Dax verlassen", sagte Georg Elsässer, Aktienstratege von HSBC Trinkaus & Burkhardt, am Montag mit Blick auf die jüngsten, entscheidenden Daten der Juli-Börsenstatistik.

Am Dienstag wird die Deutsche Börse auf Basis der nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung sortierten Juli-Rangliste über mögliche Veränderungen in ihren Indizes entscheiden. Den Daten zufolge kann Epcos aus dem Leitindex entfernt werden, der Pharma- und Chemiehersteller Altana könnte ihn ersetzen.

Unterdessen werfen die Indexspezialisten den Blick schon voraus auf die anstehenden Veränderungen im Stoxx50-Index der wichtigsten europäischen Werte Anfang September. Europas größter Chemiekonzern BASF gilt als Aufstiegskandidat.

Epcos erfüllt nach der Juli-Rangliste nicht mehr alle Kriterien für eine Dax-Mitgliedschaft, für die ein Unternehmen nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung zu den 35 größten Firmen in Deutschland gehören muss. Ende Juli lag Epcos nach der Marktkapitalisierung nur noch auf Rang 39 und ist nach Analystenberechnungen seither weiter auf Platz 44 abgerutscht. Das Unternehmen kann den Regeln zufolge entfernt werden, die Börse kann sich aber auch für eine Beibehaltung entscheiden.

Claudia Volk, Analystin bei der WestLB, erwartet hingegen nicht einen Abschied der Münchener aus dem Dax. Indexkontinuität sei ein wichtiges Kriterium für den Indexanbieter, sagte sie. Epcos selbst rechnet offensichtlich mit einem Verbleib im Dax, an dem schließlich eine Menge Prestige hängt. "Wir sind schon zuversichtlich, dass wir im Dax bleiben", sagte Peter Müller, Leiter Investor Relations bei Epcos. "Wir sind der Meinung, dass eine fundierte Entscheidung über die Mitgliedschaft angesichts der derzeitigen Volatilität (Schwankungsbreite) der Märkte anhand von Stichtagen nicht möglich ist", fügte er hinzu.

Der Finanzdienstleister MLP ist nach der Juli-Rangliste hingegen nicht von einem Dax-Abstieg bedroht. Gleichwohl hatten Experten angesichts zwischenzeitlich drastischer Kurseinbußen bei der Aktie damit gerechnet.

Gesichert scheint nun die weitere Mitgliedschaft des Chemieunternehmens Degussa, nachdem der Streubesitz durch das Übernahmeangebot der RAG nicht wie von einigen Marktteilnehmern erwartet unter das Mindestniveau von fünf Prozent gefallen ist. Die RAG teilte am Montagnachmittag mit, der Streubesitz belaufe sich nach Abschluss der Angebotsfrist auf sieben Prozent. Neben Altana sind der Börsen-Rangliste zufolge der Kosmetikspezialist Beiersdorf und die Deutsche Börse AG selbst mögliche Aufsteiger in den Dax.

Im MDax für mittelgroße Unternehmen werden unterdessen deutliche Anpassungen erwartet. Die Immobilienbank Aareal, die erst seit dem 17. Juni als Abspaltung von der Depfa plc an der Börse notiert ist, ist für Aktienexperte Elsässer klarer Aufrücker neben der Klöckner-Werke AG und der Mannheimer Versicherung. Herausfallen könnten dagegen die finanziell angeschlagenen Gesellschaften Gold-Zack, Cargolifter und Babcock Borsig.

Der Chemiekonzern BASF ist nach Einschätzung von Analysten ein Kandidat für den STOXX50-Index der wichtigsten europäischen Aktien, der am 2. September zur Überprüfung ansteht. Nach Berechnungen der Deutschen Bank belegt BASF in der maßgeblichen Liste nach Marktkapitalsierung derzeit Rang 40 und wäre damit automatisch Indexmitglied.

Entscheidend wird aber die Position zum Monatsende sein. Da es aber mit Zurich Financial, Ericsson und Alcatel mindestens drei Werte gibt, die die nötigen Kriterien nicht mehr erfüllen, erwartet Christian Stocker, Analyst bei der HypoVereinsbank, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufnahme der Ludwigshafener Gesellschaft.

Der Anbieter von Indexprodukten, Stoxx, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse, von Euronext, der Schweizer Börse und des Medienkonzerns Dow Jones.

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