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BASF erwägt Kapazitätsabbau

Der Chemiekonzern BASF erwägt im Rahmen eines weltweiten vorübergehenden Kapazitätsabbaus nach den Worten eines Sprechers Kürzungen besonders am Stammsitz Ludwigshafen.

Reuters LUDWIGSHAFEN. "Wir wollen die Kapazitätsauslastung weltweit reduzieren, besonders in Ludwigshafen", sagte BASF-Sprecher Felix Gress am Donnerstag auf Anfrage. Eine Entscheidung zu den geplanten Maßnahmen solle Anfang Dezember fallen. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen sei jedoch nicht geplant, sagte Gress.

Zu Beginn dieser Woche hatte BASF-Vorstandschef Jürgen Strube in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters bereits die Möglichkeit derartiger Maßnahmen angekündigt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken. Angesichts der unsicheren Konjunkturlage deutete er an, dass BASF die eigenen Ertragsziele in diesem und dem kommenden Jahr voraussichtlich nicht werde einhalten können. Der weltweite Wirtschaftsabschwung mache es nicht möglich, wie prognostiziert das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen um mindestens zehn Prozent pro Jahr zu erhöhen, sagte er.

"Wir denken über alles nach, einschließlich der Reduzierung von Kapazitäten sowie Produktionsunterbrechungen für einen gewissen Zeitraum", sagte Gress weiter. BASF könne dabei auch routinemäßige Wartungsarbeiten in einzelnen Fabriken vorziehen, um diese für bessere Zeiten wieder vorzubereiten. "Wir versuchen, kreativ zu sein." Auch könne die Zeit zum Abbau geleisteter Überstunden genutzt werden, sagte er.

2000 hatte der BASF-Konzern einen um Sonderposten bereinigten Betriebsgewinn von 3,4 Milliarden Euro erwirtschaftet, was eine Steigerung von 15,3 Prozent zum Jahr davor bedeutetet. Derzeit bekommt das Unternehmen die aktuelle Konjunkturschwäche und die gesunkene Nachfrage aber deutlich zu spüren. Angesichts eines niedrigen Preisniveaus hatte Strube angekündigt, der Rückgang des operativen Ergebnisses im dritten Quartal 2001 im Vergleich zum Vorjahresquartal werde erheblich stärker ausfallen als im zweiten Quartal mit 14,9 Prozent.

Die nun angedachte zusätzliche Kapazitätskürzung solle die bereits bekannt gegebenen Restrukturierungsmaßnahmen ergänzen. BASF erhofft sich von den Maßnahmen jährliche Einsparungen von insgesamt 400 Millionen Euro. Die Zahl der in den kommenden eineinhalb Jahren wegfallenden Arbeitsplätze hatte BASF im August mit rund 4000 beziffert. Ende 2000 hatte der Konzern weltweit rund 100 000 Arbeiter und Angestellte.

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