BASF lebt vom Optimismus der Anleger
Aktie unter der Lupe: BASF

Der größte europäische Chemiekonzern dürfte am kommenden Donnerstag schlechte Zahlen vorlegen. Experten empfehlen deshalb, abzuwarten, wie sich das Geschäft mittelfristig entwickelt. Als klassischer zyklischer Wert profitiert die Aktie derzeit von den Konjunkturhoffnungen der Anleger.

DÜSSELDORF. Die Aktionäre der BASF hatten in den zurückliegenden Wochen allen Grund zur Freude. Die Titel des größten europäischen Chemiekonzerns gehörten seit Mitte Februar zu den wachstumsstärksten im deutschen Aktienindex Dax. Sie schlugen sogar dessen starke Entwicklung: Während der Dax seit dem 15. Februar um 10 % zulegte, schaffte BASF eine Kurssteigerung um 15 % auf rund 47 Euro. Zugleich gab der Konzern bekannt, dass er trotz des äußerst schwachen Jahres die Dividende für 2001 konstant bei 1,30 Euro belässt und damit seine Dividenrendite von 3 % behält.

Viele Anleger setzen derzeit nach Einschätzung von Analysten bereits auf den konjunkturellen Aufschwung in diesem Jahr und investieren in zyklische Werte, zu denen BASF als klassischer Chemiekonzern gehört. Doch Analystin Petra Meyer von der Bank Sal. Oppenheim hält dies noch für etwas verfrüht. Die nächsten Tage dürften darüber entscheiden, wie es mit der BASF-Aktie kurzfristig weitergeht. Am Donnerstag legt der Konzern Zahlen für 2001 vor, einen Tag nach Konkurrent Bayer.

Die Ergebnisse werden bei beiden Konzernen schlecht ausfallen. Bei BASF gehen die Analysten sogar davon aus, dass im vierten Quartal netto ein Verlust eingefahren wurde. Grund dafür sind hohe Rückstellungen, die BASF für die Zahlung einer Strafe wegen einer Beteiligung am Preiskartell im Vitaminmarkt machen muss. Die Credit Suisse First Boston erwartet, dass BASF in dem Quartal einen Vorsteuer-Verlust von 482 Mill. Euro erwirtschaftet hat. Nicht viel besser dürfte das Resümee für das Gesamtjahr 2001 ausfallen. UBS Warburg rechnet mit einem Gewinnrückgang vor Steuern, Finanzergebnis und Sondereinflüssen auf 2,2 Mrd. Euro - rund ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Das Minus ist zwar den meisten Anlegern bewusst, dennoch droht der BASF-Aktie ein Rückschlag - etwa, wenn Konzernchef Jürgen Strube am Donnerstag noch keine Entwarnung auf den Märkten bekannt geben kann. Und darauf deuten derzeit viele Zeichen aus der Chemiebranche hin: Vor allem das Massenchemiegeschäft leidet nach Einschätzung der Credit Suisse First Boston unter Überkapazitäten und entsprechendem Preisdruck. Die Analysten erwarten in diesem Jahr keine tief gehende Verbesserung in diesem Segment. In der Spezialchemie hingegen sprechen die ersten Branchenvertreter von einer leicht zu spürenden Erholung. BASF ist in beiden Segmenten vertreten.

Vorstandschef Strube deutete bereits im Februar an, dass noch kein Aufschwung in Sicht sei. Die überwiegende Zahl der großen Investmentbanken stuft BASF daher derzeit als "Neutral" ein. Bei einem Wert von rund 47 Euro hat die Aktie zudem bereits das Kursziel vieler Analysten erreicht oder liegt leicht darüber. Dennoch geht etwa Petra Meyer davon aus, dass bei vermehrten Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung die Anleger noch stärker in die zyklischen Werte gehen werden. UBS Warburg hält BASF mit Blick auf den Konjunkturaufschwung weiterhin für eine der attraktivsten Aktien. Die Bank nennt ein Kursziel von 50 Euro und empfiehlt das Papier zum Kauf. Damit ist die Bank jedoch in der Minderheit. Die Credit Suisse geht davon aus, dass BASF 2002 erneut ein sehr schwieriges Jahre bevorsteht und rät, wie meisten Analysten, derzeit eher zum Abwarten.

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