BASF und Schering stark gefragt
Dax schließt nach Chaos-Woche im Plus

Gute Zahlen von Übersee haben den deutschen Aktien nach einer verlustreichen und turbulenten Woche doch noch eine Wende ins Plus verschafft. Doch im Wochenvergleich verlor der Dax mehr als neun Prozent.

Reuters FANKFURT/M. Unterstützt von besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten hat der Deutsche Aktienindex (Dax) den Freitag-Handel mit Gewinnen beschlossen. Der Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan fiel endgültigen Berechnungen zufolge im Juli auf 88,1 Punkte gegenüber vorläufig errechneten 86,5 Punkten von 92,4 Punkten im Juni. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung der USA aus.

Mit Blick auf die starken Kursschwankungen der deutschen Aktienwerte sagte ein Händler: "Der Markt ist nach wie vor hochgradig nervös." Diese Stimmung sei durch die Bilanzskandale in den USA und die angesichts der zahlreichen Unternehmensinsolvenzen prekäre Lage der deutschen Banken begünstigt worden. Die Aktien der HypoVereinsbank (HVB) setzten ihre Talfahrt der vergangenen Tage fort. Auf Grund schwacher Branchenaussichten gaben auch die Titel von Infineon am Freitag nach.

Der Dax schloss am Freitag 1,66 Prozent fester bei 3579 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer jedoch mehr als neun Prozent an Wert verloren. Derweil verbuchte der VDax, der Auskunft über die Schwankungsbreite gibt, zwar ein kräftiges Minus, lag aber immer noch auf dem Niveau vom Herbst 1998. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax50 um 0,56 Prozent auf 525,31 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,53 Prozent im Plus bei 3356,26 Stellen, und der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 1,9 Prozent auf 2589,80 Zähler an.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,4 Prozent schwächer bei 8154 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,4 Prozent auf 1245 Punkte gewann. Die Anleihen konnten angesichts der anziehenden Aktienmärkte ihre anfänglichen Gewinne nicht halten. Der richtungweisende Bund-Future lag am Abend nur noch leicht im Plus, während die zehnjährige Bundesanleihe unverändert tendierte. Unterdessen fiel der Euro wieder unter die Parität zum Dollar zurück. Die US-Währung profitiere von einem Kapitalrückfluss in die USA, hieß es.

Die HVB-Aktien schlossen ein Prozent schwächer bei 19,69 Euro. Damit haben sie seit Ende vergangener Woche rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Börsianer zeigten sich insbesondere von den am Vortag vorgelegten HVB-Geschäftszahlen enttäuscht. "Die Situation ist desolat", sagte ein Händler. "Da ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht."

Unterdessen verloren die Aktien von Infineon 1,5 Prozent auf 14,14 Euro. Am Vortag hatte der taiwanesische Chip-Hersteller TSMC enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt und einen pessimistischen Ausblick geliefert. Daraufhin war der richtungweisende Philadelphia Halbleiter-Index um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Am Freitag setzte er seine Talfahrt in abgeschwächter Form fort.

Stark gefragt waren dagegen die Titel von BASF und Schering, die um 6,5 Prozent auf 38,35 Euro beziehungsweise um 5,5 Prozent auf 19,10 Euro zulegten. Beide Konzerne wollen eigene Aktien zurückkaufen. Schering hatte am Morgen außerdem seine Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt.

Am Neuen Markt brachen derweil die Papiere von Kontron und Jumptec um jeweils knapp 20 Prozent ein. Die beiden vor der Fusion stehenden Kleincomputer-Hersteller hatten zuvor ihre Umsatzprognosen für 2002 deutlich gesenkt.

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