BASF-Warnung belastet Chemiesektor
Dax schließt höher

Einen Tag nach dem Chiphersteller Infineon hat am Donnerstag mit der BASF der erste deutsche Chemiekonzern in diesem Jahr ebenfalls eine Gewinnwarnung ausgegeben und damit deutliche Kursverluste in dem Sektor ausgelöst.

Reuters FRANKFURT. BASF hatte mitgeteilt, entgegen bisherigen Prognosen nun nicht mehr mit einem Ergebnisanstieg im zweiten Quartal zu rechnen. Die Aktien des Konzerns und die des Wettbewerbers Bayer fielen daraufhin zeitweise um bis zu fünf Prozent.

Der Dax beendete den Handel allerdings im Sog freundlicher US-Börsen und bei Kursgewinnen der T-Aktie mit einem Plus, nachdem er über weite Strecken des Tages um seinen Vortagesschlusskurs bei 5 879 Zählern gependelt war. Das wichtigste deutsche Kursbarometer kletterte um 0,86 % auf 5 926,38 Punkte.



Ohne Einfluss auf das Handelsgeschehen blieb Händlern zufolge die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstagmittag, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Die Mehrheit der von Reuters befragten Volkswirte hatten unveränderte Leitzinsen erwartet.



Für einen späten freundlichen Trend im Dax sorgten allerdings die US-Börsen, die im Gefolge besser als erwarteter Quartalszahlen der Investmentbank Morgan Stanley zulegen konnten.



Bei den europäischen Werten drückte die BASF-Gewinnwarnung auf die Stimmung im Chemiesektor. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für europäische Chemiewerte gab um mehr als zwei Prozent nach. In London büßten die Aktien von ICI mehr als vier Prozent ein, in Amsterdam verloren Akzo Nobel und DSM um mehr als zwei Prozent. BASF hatte vor Börsenbeginn mitgeteilt, wegen der schwächeren Konjunktur in Europa und USA sowie hoher Rohstoffkosten nicht mit einem Ergebnisanstieg im zweiten Quartal 2001 zu rechnen. Auch das mittelfristige Ertragsziel sei "nur mit größten Anstrengungen" zu erreichen, hieß es. Die Aktien des Konzerns beendeten den Handel um 1,63 % tiefer bei 44 ?. Konkurrent Bayer gab um 3,6 % auf ebenfalls 44 ? nach. Bayer kündigte für die nächsten Tage eine aktuelle Gewinnprognose an. Ein Firmensprecher wollte dabei allerdings nicht sagen, ob es sich bei der Aussage zur Prognose um eine Gewinnwarnung handeln könnte. Degussa-Titel verloren 1,7 % auf 32,35 ?.



Die Titel der Lufthansa schlossen als größter Verlierer im Dax "ex Dividende" um 3,7 % schwächer auf 18,14 ?. Am Nachmittag hatte die Gesellschaft einen Rückgang ihrer Passagier- sowie Frachtzahlen für Mai bekannt gegeben.



Deutliche Kursgewinne verbuchten die Aktien der Deutschen Telekom, die um 4,12 % auf 25,26 ? anzogen. Zuvor hatte der Konzern den vollständigen Verkauf von Kabelnetzen für rund 5,5 Mrd. ? an die US-Firma Liberty Media mitgeteilt. "Die Deutsche Telekom hat mehr Geld erlöst als erwartet worden war", sagte Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim. Man sei von 400 ? pro Kunden ausgegangen, was einem Gesamtbetrag von vier Mrd. ? entsprochen hätte.



Von den positiven US-Börsen profitieren die Aktien von SAP sowie Epcos, die um 2,79 % beziehungsweise 2,88 % anzogen. Die Infineon-Papiere setzten nach mehreren Herunterstufungen von Investmentbanken ihre Talfahrt fort und gaben um 0,9 % auf 29,68 ? nach, nachdem sie im Tagesverlauf ein Jahres-Tief bei 28,46 ? markiert hatten. Siemens-Aktien lagen mit 0,7 % im Plus.



Der MDax schloss um 0,44 % höher bei 4773 Zählern.

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