BASF-Warnung belastet
Dax pendelt um Vortagesschluss

Einen Tag nach dem Chiphersteller Infineon hat am Donnerstag mit der BASF der erste deutsche Chemiekonzern in diesem Jahr ebenfalls eine Gewinnwarnung ausgegeben und damit deutliche Kursverluste in dem Sektor ausgelöst. BASF hatte mitgeteilt, entgegen bisherigen Prognosen nun nicht mehr mit einem Ergebnisanstieg im zweiten Quartal zu rechnen. Die Aktien des Konzerns und die des Wettbewerbers Bayer fielen daraufhin zeitweise um bis zu fünf Prozent.

Reuters FRANKFURT. Der Dax notierte am Nachmittag wie schon im im Tagesverlauf um seinen Vortagesschlusskurs bei 5879 Zählern. Auf der Gewinnerseite im Index ragten die Titel der Telekom nach der Ankündigung des Verkaufs ihrer Kabel-Töchter hervor.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstagmittag , die Leitzinsen unverändert zu lassen, hatte zunächst keine Auswirkungen auf den Markt, sagten Händler. Die Mehrheit der von Reuters befragten Volkswirte hatten unveränderte Leitzinsen erwartet. In den USA verbuchten die Aktienindizes im frühen Handel leichte Gewinne. Händler in den USA sagten, vorbörslich veröffentlichte Daten zur Entwicklung der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe seien positiv vom Markt aufgenommen worden. "Die Daten haben gezeigt, dass sich weniger Leute arbeitslos gemeldet haben. Das ist gut für die Wirtschaft, weil mehr Leute Produkte und Aktien kaufen können", sagte Holly Liss, technische Strategin bei Fuji Futures.

Bei den europäischen Werten drückte die BASF-Gewinnwarnung auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für europäische Chemiewerte gab um 2,6 % nach. In London büßten die Aktien von ICI mehr als fünf Prozent ein, in Amsterdam verloren Akzo Nobel und DSM um mehr als zwei Prozent. BASF hatte vor Börsenbeginn mitgeteilt, wegen der schwächeren Konjunktur in Europa und USA sowie hoher Rohstoffkosten nicht mit einem Ergebnisanstieg im zweiten Quartal 2001 zu rechnen. Auch das mittelfristige Ertragsziel sei "nur mit größten Anstrengungen" zu erreichen, hieß es. Die Aktien des Konzerns verloren bis zum frühen Nachmittag rund 2,8 % auf 43,47 ? und die der Bayer 4,3 % auf 43,65 ?. Bayer kündigte für die nächsten Tage eine aktuelle Gewinnprognose an. Ein Firmensprecher wollte dabei allerdings nicht sagen, ob es sich bei der Aussage zur Prognose um eine Gewinnwarnung handeln könnte. Degussa verloren 2,16 % auf 32,20 ?.

Deutliche Kursgewinne verbuchten auch die Aktien der Deutschen Telekom, die um 4,5 % auf 25,35 ? anzogen. Zuvor hatte der Konzern den vollständigen Verkauf von Kabelnetzen für rund 5,5 Mrd. ? an die US-Firma Liberty Media mitgeteilt. "Die Deutsche Telekom hat mehr Geld erlöst als erwartet worden war", sagte Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim. Man sei von 400 ? pro Kunden ausgegangen, was einem Gesamtbetrag von vier Mrd. ? entsprochen hätte.

Von den positiven US-Vorgaben profitieren die Aktien von SAP sowie Epcos , die um 0,12 % beziehungsweise mehr als zwei Prozent anzogen. Infineon setzten nach mehreren Herunterstufungen von Investmentbanken ihre Talfahrt fort und gaben um 2,7 % auf 29,19 ? nach, nachdem sie zuvor ein Jahres-Tief bei 28,46 ? markiert hatten. Siemens -Aktien lagen 0,7 % im Minus. Die Titel der Lufthansa notierten "ex Dividende" 3,3 % schwächer auf 18,22 ?.

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