BASF zählt ab 23. September diesen Jahres zu den europäischen Top 50
Aufstieg in den Stoxx schützt nicht vor Verlusten

Der Aufstieg in den Stoxx 50, der die 50 größten Unternehmen der europäischen Union und der Schweiz nachbildet, konnte der BASF-Aktie keine Impulse geben. Auch andere Aufsteiger litten unter dem Sog nach unten.

scc FRANKFURT/M. Die Aktie des Ludwigshafener Chemie-Konzerns musste mit einem sehr schwachen Markt Verluste hinnehmen. Bereits an den Vortagen war mit dem Aufstieg des einzigen deutschen Kandidaten unter die europäischen Top 50 gerechnet worden, weshalb die Aktie deutlich zulegen konnte. Fondsmanager, die den Stoxx 50 abdecken, kauften kräftig zu.

Ebenfalls keine Überraschung: Neben BASF schafften die Finanzinstitute HBOS und Fortis sowie die britische Supermarktkette Tesco den Aufstieg, der am 23. September vollzogen wird. Auch sie gerieten allerdings in den allgemeinen Abwärtssog, der jetzt die europäischen Börsen nach unten zog.

Für die vier Aufsteiger müssen Zurich Financial, die beiden Handy-Hersteller Ericsson und Alcatel sowie der französische Mischkonzern Vivendi Universal weichen. "Es war wie immer unser Ziel, den Überraschungseffekt gleich null zu halten", so Lars Hamich vom Medienkonzern Dow Jones, der gemeinsam mit der Deutschen und der Schweizer Börse sowie der Euronext Betreiber von Stoxx ist. Trotzdem waren teils deutliche Verluste bei diesen Werten die Folge.

Besonders für Zurich Financial hatte die Nachricht Auswirkungen. Die Aktie verlor anfangs bis zu 7 %, erholte sich anschließend aber deutlich von dem erneuten Rückschlag. Noch immer sorgt das Gerücht für Unruhe, dass die Schweizer am Donnerstag enttäuschende Halbjahreszahlen und gleichzeitig eine Kapitalerhöhung von 2,5 Mrd. Euro vorlegen werden. Die Analysten sind gerade beim Thema Kapitalerhöhung jedoch gespalten. Volker Kudszus von West LB Panmure hält eine solche für unwahrscheinlich. Zum einen habe Zurich bereits mehrere Alternativmaßnahmen angekündigt, zum anderen würde eine solche Aktion den Druck auf die Aktie weiter verstärken.

Im enger gefassten Euro Stoxx 50, der nur Unternehmen aus der Eurozone enthält, ersetzt ab dem 23. September der französische Baukonzern Lafarge den Einzelhandelskonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR). Beide Werte verloren gestern, wobei sich bei Aufsteiger Lafarge das Minus in Grenzen hielt.

Weitere deutsche Unternehmen, die lange Zeit als mögliche Aufstiegskandidaten gehandelt wurden, hatten bei der eigentlichen Auswahl kaum noch Chancen. SAP, ein möglicher Kandidat für den Stoxx 50, hatte wegen der seit Jahresbeginn steil gefallenen Marktkapitalisierung letztlich doch nur Außenseiterchancen. Anders als beispielsweise bei der jüngsten Umstellung im Dax spielt bei der Stoxx-Umstellung nur die Marktkapitalisierung ein Rolle. "Die Börsenumsätze wären in den jeweiligen Ländern nicht vergleichbar", so Lars Hamich.

Etwas anders ist die Situation bei BMW. Die Aktie ist nun zweiter Nachrücker für den Euro-Stoxx 50. Den Einzug schaffte sie nur deshalb nicht, weil dort insgesamt nur ein Wert ausgetauscht wurde. Bei außergewöhnlichen Ereignissen, beispielsweise der Übernahme oder der Insolvenz eines Unternehmens, könnte also BMW auch außerhalb der Jahresfrist aufsteigen.

Quelle: Handelsblatt

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