Archiv
Basiswissen zum Post-IPO

Die Aktie Gelb geht an den Start: Für einen der bislang größten Börsengänge in Deutschland begann am Montag die Zeichnungsfrist. Die Deutsche Post bringt rund 278 Mill. Aktien zum Preis zwischen 18 und 23 Euro (35,20 und 44,98 DM) unter das Volk. Der endgültige Preis wird kurz vor dem Handelsstart am 20. November mitgeteilt. Aktionärsvertreter sehen in dem neuen Papier durchaus Chancen, aber auch Risiken.

Analystenstimmen: In einer Umfrage des ZDF-Magazins "WISO" empfahlen vier Analysten das Papier. Allerdings sollten Privatkunden aber nur bis maximal 20 oder 21 Euro zeichnen, meinten die Experten. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) beurteilte die Aussichten der "Aktie Gelb" am Montag zurückhaltend. Besonders die als Zukunftsmarkt eingeschätzte Logistik könne vorerst nicht als Werbeargument angeführt werden, sagte Geschäftsführer Lars Labryga. Dieser sei "aktuell eher ein Sorgenkind". Auch der endgültige Fall des Briefmonopols könne noch Probleme schaffen.

Börsenwert: Der Börsenwert des Unternehmens liege zwischen 20 bis 25 Milliarden Euro, bei einem "üblichen Abschlag gegenüber dem Firmenwert von 15 Prozent", sagte Klaus Zumwinkel. Analysten setzten den Firmenwert auf 22 bis 28 Milliarden Euro fest, ergänzte Christopher Reilly, Manager der begleitenden UBS Warburg.

Dividende: Noch im laufenden Jahr soll den Aktionären nach Aussagen von Post-Chef Zumwinkel eine Dividende von insgesamt 300 Millionen Euro gezahlt werden. Ab kommendem Jahr zahlt die Post eine "ertragsorientierte Dividende in Höhe von 25 bis 30 Prozent des Jahresüberschusses", kündigte Zumwinkel an.

Emissionspreis: Die Deutsche Post bringt rund 278 Mill. Aktien zum Preis zwischen 18 und 23 Euro (35,20 und 44,98 DM) unter das Volk. Der endgültige Preis wird kurz vor dem Handelsstart am 20. November mitgeteilt. Der Sprecher der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz, rechnet mit einem Emissionspreis von 20 Euro, für Frühzeichner von 19 Euro. Bei 23 Euro begebe sich die Post allerdings in "gefährliches Fahrwasser". Die Aktien des Konzerns können zum Preis von 18 und 23 Euro gezeichnet werden. Für Frühzeichner gibt es einen Rabatt.

Ertragsprognosen: auch für das laufende Jahr - wollte Postchef Zumwinkel nicht abgeben. In den ersten sechs Monaten stieg der Konzernumsatz - nach Zukäufen auf vergleichbarer Basis gerechnet - um 10,6 % auf 15,7 Mrd. Euro. Beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit "konnten wir im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Verbesserung von 672 Mill. Euro auf 1,4 Mrd. Euro erzielen", sagte Zumwinkel. "Dies entspricht einem Wachstum von rund 109 %."

Frühzeichner: Wer die Aktie bis zum 10. November ordert (Early Order Phase), erhält bei Zuteilung einen Frühzeichner-Rabatt von 0,50 Euro pro Aktie. Anleger, die Ihre zugeteilten Aktien zwei Jahre lang halten (30.11.2002) erhalten Treueaktien im Verhaltnis 15:1. Bei Zeichnungen zwischen dem 11. und 16. November (in der so genannten Late Order Phase) erhalten Anleger, die Ihre zugeteilten Aktien zwei Jahre lang halten (bis 30.11.2002), ebenfalls Treueaktien im Verhaltnis 15:1, aber keinen Frühzeichner-Rabatt mehr.

Geschäftsergebnis in Kürze: Die Post AG will "der weltweit führende Logistik-Konzern mit integrierten Brief-, Express-, Logistik- und Finanzdienstleistungen" werden. Nach einem Verlust von über 700 Millionen Euro im Jahre 1990 hat der Konzern im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Die Post erwartet in der zweiten Hälfte 2000 eine abgeschwächtes Ergebnis von 1,5 Milliarden Mark. Im ersten Halbjahr dieses Jahres erwirtschaftete der Konzern ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit von 2,7 Milliarden Mark.

Konsortialführer: Deutsche Bank, UBS Warburg

Konsortium:

Bayrische HypoVereinsbank, Bayrische Landesbank, Commerzbank, DG Bank, Dresdner Bank, Postbank Easytrade, Bankgesellschaft Berlin, Landesbank Baden-Württemberg

Notierung: Ab März 2001 soll die Post Aktie im Deutschen Aktienindes Dax notiert werden. Bis dahin wird sie im Amtlichen Handel notieren.

Sonstiges: In fünf Jahren könnten nach Vorstellungen Zumwinkels alle Aktien der Deutschen Post an der Börse notiert sind. Der Bund wird mit 278,2 Millionen Anteilscheinen ein Viertel des Aktienkapitals der Deutschen Post auf den Markt bringen. Einschließlich einer so genannten Mehrzuteilungsoption («Greenshoe») von bis zu 41,73 Millionen Aktien entspricht dies einer Platzierung von rund 29 Prozent des Aktienkapitals der Post AG. Der Bund wird sich nach dem Börsengang sukzessive von weiteren Aktienpaketen trennen.

Stückzahl: Anleger müssen mindestens 50 Aktien zeichnen.

Unternehmensporträt:

Die Deutsche Post ist gemessen am Umsatz Europas größter Briefdienstleister und gehört im Logistikbereich zu den führenden Unternehmen. Für das Jahr 2000, das Jahr des Börsengangs der Deutschen Post, ist mit einem Konzernumsatz von rund 50 Mrd. DM zu rechnen. Dafür verantwortlich sind steigende Erträge im Kerngeschäft, die umfangreichen Beteiligungen im In- und Ausland sowie die Eingliederung der Postbank in den Konzern. 1998 wurde ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,276 Mrd. DM nach 758 Mio. im Vorjahr erzielt. Die Deutsche Post konnte damit die kontinuierliche Ergebnisverbesserung seit 1990 fortsetzen und den Gewinn erneut steigern. Die wichtigsten Aufgaben der Deutschen Post sind der Ausbau des Kerngeschäftes in den Bereichen Brief, Express, Logistik und Finanzdienstleistungen sowie die Umsetzung der Konzernstrategie: Internationalisierung, Erweiterung der Produktbasis und Ausbau der Mehrwertlogistik. Außerdem engagiert sich die Deutsche Post in neuen Geschäftsfeldern wie eCommerce, ePost, In Haus Service, usw. Dabei stehen Kundenorientierung und Qualität der Dienstleistungen im Vordergrund.

Zeichnungsfrist: Die Zeichnungsfrist für rund 278 Millionen Post-Aktien begann am Montag und läuft (für Privatanleger) noch bis zum 16. November, für institutionelle Anleger sogar noch einen Tag länger.

Zuteilung: Post-Chef Zumwinkel rechnet mit einen mehrfachen Überzeichnung der Aktie, trotzdem sicherte er eine faire Zuteilung zu. Die Aktien sollen je zur Hälfte an institutionelle und private Anleger gehen. Neben Deutschland wird die Erstemission auch in Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien öffentlich angeboten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%