Basketball Olympia
Nowitzki und Co. dürfen Koffer für Peking packen

Die deutschen Basketballer haben ihr Olympia-Ticket gebucht. Angeführt vom erneut überragenden Dirk Nowitzki gewann das DBB-Team das entscheidende Spiel gegen Puerto Rico 96:82.

Dirk Nowitzki und die deutschen Basketballer haben sich ihren großen Traum von Olympia erfüllt. Bei der Qualifikationsrunde für die Sommerspiele in Peking nutzte das Team um den mit 32 Punkten erneut überragenden NBA-Star der Dallas Mavericks mit dem schwer erkämpften 96:82 (48:39) gegen Puerto Rico seine letzten Chance und sicherte sich das Last-Minute-Ticket in Richtung China. Damit ist die insgesamt fünfte Teilnahme deutscher Korbjäger bei Olympia und die erste nach 1992 in Barcelona perfekt.

Übergossen mit Sekt und immer noch völlig aufgewühlt trat Nowitzki schließlich dann doch noch vor die Mikrofone. "Ich kann das noch gar nicht so richtig realisieren. Wir hatten eine Menge Druck und es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir es nach all den Jahren mit viel Schweiß endlich geschafft haben", meinte der 30-Jährige. "Jetzt werden wir das erstmal genießen und uns dann mit den Aufgaben bei Olympia beschäftigen."

Ausgelassene Freudentänze der deutschen "Riesen" prägten die Szenerie schon Sekunden vor der Schlussirene auf dem Parkett der Athener Olympiahalle. Spielern und Funktionären fiel nach einem nervenaufreibenden Qualifikations-Marathon eine Zentnerlast von der Seele. Besonders Nowitzki, zugleich bester Werfer im gesamten Turnier, war die Erleichterung nach der geglückten Olympia-Teilnahme im dritten Anlauf ins Gesicht geschrieben.

Neben der Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann werden Kroatien nach dem 76:70 im Halbfinale gegen Deutschland, Griechenland sowie der bereits zuvor qualifizierte Weltmeister Spanien, Europameister Russland und der EM-Dritte Litauen Europa bei Olympia vertreten. Für die DBB-Auswahl ist es die dritte sportliche Qualifikation nach 1984 und 1992. Als Olympia-Gastgeber war sie 1936 und 1972 gesetzt.

Das große Ziel vor Augen, begannen Nowitzki und Co. im Spiel um Platz drei nervös. Am Samstag hatten sie gegen Kroatien noch den ersten "Matchball" für Peking vergeben. Im ersten Viertel gestatteten sie den Südamerikanern nie mehr als fünf Punkte Vorsprung. In der 9. Minute gelang dem DBB-Team die erstmalige Führung (22:21), obwohl Puerto Ricos 2,20m-Riese Peter John Ramos in Offensive und Defensive anfangs arge Probleme bereitete. Bei wechselnder Führung gelang es zunächst auch im zweiten Spielabschnitt keiner der beiden Mannschaften, sich deutlicher abzusetzen.

Kaman unter dem Korb eine Bank

Nowitzki und sein vor dem Turnier eingebürgerter NBA-Kollege Chris Kaman von den Los Angeles Clippers legten schließlich den Grundstein zur Neun-Punkte-Führung bis zum Wechsel. Allerdings ging der 26 Jahre alte Kaman, der erneut mit seiner Reboundstärke (insgesamt 12) überzeugen konnte, mit drei Fouls belastet in die zweite Halbzeit.

Im dritten Viertel versuchte es die deutsche Mannschaft verstärkt mit ihren Distanzschützen über die Außenpositionen. Mit Erfolg: Demond Greene und Robert Garrett sorgten mit ihren Dreiern für eine 70:54-Führung (29.). Bis zum Schlussabschnitt konnte die DBB-Auswahl den Gegner mit einer guten Verteidigung und taktischer Disziplin auf Distanz halten und anschließend die Führung sogar auf zwischenzeitlich 21 Punkte (79:58) ausbauen.

Als die Konzentration nachließ, verkürzte Puerto Rico mit Distanzwürfen, doch in den Schlussminuten bewies das deutsche Nationateam, in dem neben Nowitzki Steffen Hamann (19) und Greene (15) die besten Werfer waren, Nervenstärke und brachte den Sieg ins Ziel.

© SID

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