Basketballer bereit zum großen Wurf
Deutsche Korbjäger erlegen russischen Bären

Dirk Nowitzki fand seine Wurfhand wieder und bereitete Deutschlands Basketballern den Weg zum ganz großen Wurf bei der 14. Weltmeisterschaft in Indianapolis.

HB INDIANAPOLIS. Nach seiner fast katastrophalen Trefferquote in den Spielen gegen Neuseeland und Argentinien schlüpfte der 24-jährige Superstar des NBA-Clubs Dallas Mavericks wie selbstverständlich wieder in die Rolle des Leitwolfs und führte das Team von Bundestrainer Henrik Dettmann am Mittwochabend (Ortszeit) zum imponierenden 103:85 (56:36)-Sieg über Vize-Weltmeister Russland. Dieser fand sich nach dem Debakel in der Trostrunde um die Plätze neun bis zwölf wieder.

Nach dem Einzug ins Viertelfinale gegen Spanien, dem bisher größten WM-Erfolg deutscher Korbjäger, freute sich Nowitzki auf das Duell mit seinem NBA-Kollegen Pau Gasol von den Memphis Grizzlies. Der 2,16 Meter lange Center wurde in seiner ersten Saison auf Anhieb zum besten Neuling der stärksten Liga der Welt gewählt. Nowitzki: "Er hat zwar schon im letzten Jahr in der Türkei eine starke Europameisterschaft gespielt, aber dass er sich so schnell in der NBA durchsetzen würde, habe ich nicht erwartet. Es macht viel Spaß, ihn spielen zu sehen."

Dass er rechtzeitig zu den K.o-Spielen zu seiner Form zurück fand, schilderte der von der Präzision seiner Würfe aus allen Lagen lebende Würzburger so: "Ich habe nur ein bisschen Wurftraining gemacht und die Flugkurve der Bälle steiler angelegt, weil sie in den beiden letzten Spielen zu flach kamen." 17 Punkte standen am Ende für den bereits für das Viertelfinalspiel gegen Spanien geschonten 2,11 Meter großen Flügelspieler zu Buche. Die Ausbeute lag zwar unter seinem bisherigen WM-Durchschnitt (25,3), doch zeigte die Formkurve des zwei Mal schwächelnden "All Stars" wieder nach oben.

Nowitzki gut - alles gut. An ihrem Führungsspieler richteten sich die gegen Argentinien allzu zaghaft zu Werke gegangenen Mitspieler wieder auf. Allen voran der erst 20-jährige Misan Nikagbatse. Der Youngster unter den "jungen Wilden" gab eine sehenswerte Kostprobe seines großen Talents und ist nun auf dem besten Weg, eine der Entdeckungen dieser WM zu werden. Bundestrainer Dettmann hat seine helle Freude an dem für den griechischen Spitzenclub Olympiakos Piräus spielenden "Playmaker", dem er ein "fast perfektes Spiel" attestierte. Dettmann: "Wenn er sich so weiter entwickelt, weiter dazu lernen, an sich arbeiten will und bescheiden bleibt, kann er ein ganz Großer werden. Auch in der NBA."

Der unbekümmert und ohne Respekt vor großen Namen agierende Nikagbatse schätzte seine glänzende Vorstellung gegen die Russen so ein: "Eigentlich bin ich nicht dazu ausersehen, Punkte zu machen. Aber ich nehme die Gelegenheiten wahr, wenn sie sich bieten. Denn ich werde oft noch von den Gegnern unterschätzt." Das Resultat dieses für einen so jungen Spieler erstaunlichen Realitätssinns: Mit fünf verwandelten Versuchen aus dem Nahbereich, seinem einzigen Drei- Punkte-Wurf und sämtlichen vier getroffenen Freiwürfen kam er auf eine hundertprozentige Trefferquote.

Seine Rolle, nicht in der Startformation zu stehen, sondern von der Bank zu kommen, hat Nikagbatse klaglos akzeptiert: "Ich kann damit sehr gut leben. Wenn ich von der Bank komme und positive Energie aufs Feld bringe, ist das nur gut für die Mannschaft."

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