Archiv
Bassajew bekennt sich zu Terror in Beslan

Der tschetschenische Terrorist Schamil Bassajew hat sich nach Angaben einer Rebellen-nahen Website zur Geiselnahme in Beslan mit mehr als 330 Todesopfern bekannt. Eins seiner Selbstmord- Kommandos habe Anfang September die „erfolgreiche Kampfoperation“ ausgeführt.

dpa MOSKAU. Der tschetschenische Terrorist Schamil Bassajew hat sich nach Angaben einer Rebellen-nahen Website zur Geiselnahme in Beslan mit mehr als 330 Todesopfern bekannt. Eins seiner Selbstmord- Kommandos habe Anfang September die "erfolgreiche Kampfoperation" ausgeführt.

So zitierte die Internet-Quelle (www.kavkazcenter.com) am Freitag aus einer angeblich von Bassajew verfassten Mail. Das Blutbad in der Schule nannte Bassajew "bedauerlich", es sei aber ein Teil des seit Jahren andauernden Krieges im Nordkaukasus. "Es gab in Moskau wenig Zweifel, dass Bassajew an diesem Terroranschlag beteiligt war", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Man gehe aber weiterhin davon aus, dass die Hintermänner der jüngsten Anschläge zu internationalen Terrorgruppen gehörten.

"In Russland bereiten wir uns gründlich darauf vor, präventiv gegen Terroristen vorzugehen", sagte Präsident Wladimir Putin in Moskau. Er verteidigte seine Pläne für eine Konzentration der Macht in seinen Händen im Kampf gegen den Terror. Der von den USA und der Europäischen Union kritisierte Staatsumbau werde "in strenger Übereinstimmung mit dem Gesetz und der Verfassung" durchgeführt, sagte er.

In dem Brief bekannte sich der mutmaßliche Autor Bassajew auch zu den Selbstmordanschlägen auf zwei russische Passagierflugzeuge Ende August mit 90 Toten. Das angebliche Bekenntnis der islamistischen Terrorgruppe "Islambuli-Brigaden" sei falsch. Nach diplomatischem Druck aus Moskau beschloss Litauen am Freitag, die Erstellung der Tschetschenen-Website auf seinem Territorium zu unterbinden. "Die Website heizt den Hass auf andere Völker und Religionen an", sagte Präsident Valdas Adamkus in Vilnius.

Der Kreml macht Bassajew sowie den früheren tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow für die Serie der Gewalt im Land verantwortlich. Auf beide sind Kopfgelder in Höhe von insgesamt acht Mill. ? ausgesetzt. Maschadow wiederholte in einer ihm zugeschriebenen Stellungnahme auf derselben Rebellen-Website vom Freitag seine Ablehnung der Geiselnahme von Beslan.

Trotz der unterschiedlichen Beurteilung des Anschlags erklärten Maschadow wie Bassajew übereinstimmend, dass sie einen Kampf um die Unabhängigkeit Tschetscheniens führten, der nichts mit internationalem Terrorismus zu tun habe. Die russische Justiz bestätigte am Freitag, dass der in Inguschetien geborene Ruslan Chotschubarow Anführer der Terroristen von Beslan gewesen sei. Der Inlandsgeheimdienst FSB meldete die Verhaftung eines Algeriers, der als Bombenleger auf Seiten der Rebellen gekämpft haben soll.

Unterdessen erließ eine Amnestie-Kommission dem wegen Mordes an einer jungen Tschetschenin verurteilten russischen Oberst Juri Budanow einen Großteil seiner zehnjährigen Haftstrafe. Budanow war als erster russischer Armeeangehöriger wegen Verbrechen an tschetschenischen Zivilisten verurteilt worden. In Tschetschenien löste die Begnadigung Empörung aus. Die Amnestie muss noch von Präsident Putin bestätigt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%