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Bau-Tarifverhandlungen vertagt - Spitzengespräch im November

Die Tarifverhandlungen für die 800 000 Beschäftigten des deutschen Baugewerbes sind ohne Einigung vertagt worden. In der zentralen Frage, ob in der krisengeschüttelten Branche die Wochenarbeitszeit verlängert wird, gab es nach Angaben von Arbeitgebern und IG BAU keinerlei Annäherung. Die Arbeitgeber fordern eine Öffnungsklausel, um die Arbeitszeit von 39 auf 42 Wochenstunden erhöhen zu können. Die Zahlung eines Lohnausgleichs soll den Unternehmen freigestellt werden. Die IG BAU lehnt dies strikt ab.

dpa-afx BERLIN. Die Tarifverhandlungen für die 800 000 Beschäftigten des deutschen Baugewerbes sind ohne Einigung vertagt worden. In der zentralen Frage, ob in der krisengeschüttelten Branche die Wochenarbeitszeit verlängert wird, gab es nach Angaben von Arbeitgebern und IG BAU keinerlei Annäherung. Die Arbeitgeber fordern eine Öffnungsklausel, um die Arbeitszeit von 39 auf 42 Wochenstunden erhöhen zu können. Die Zahlung eines Lohnausgleichs soll den Unternehmen freigestellt werden. Die IG BAU lehnt dies strikt ab.

Auf einen Termin für die nächste Verhandlungsrunde legten sich beide Seiten nach den rund siebenstündigen Gesprächen in Berlin noch nicht fest. Im November soll zunächst ein Spitzengespräch zwischen IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel und den Präsidenten der Arbeitgeberverbände stattfinden. Auf diese Weise sollen Kompromissmodelle ausgelotet werden. Auch ein Scheitern der Gespräche wird inzwischen aber nicht mehr ausgeschlossen.

Im Unterschied zu früheren Tarifrunden hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf eine Lohnforderung diesmal verzichtet. Stattdessen verlangt sie ein Jahresarbeitszeitkonto, auf dem Überstunden angesammelt werden können. Auf diese Weise sollen die sonst üblichen Entlassungen in auftragsschwachen Zeiten vermieden werden. Die Mehrkosten sollen die Arbeitgeber tragen. Zudem soll ein Fonds eingerichtet werden, aus dem die Sicherung von Arbeitsplätzen finanziert wird.

Das Baugewerbe steckt seit Jahren in einer schweren Krise. Seit Mitte der 90er Jahre fiel fast jeder zweite Arbeitsplatz weg. Als Hauptgründe werden neben der schwachen Konjunktur die zunehmende Billig-Konkurrenz aus dem Ausland sowie Schwarzarbeit genannt. Zudem werden in vielen Betrieben Bauarbeiter nur neun Monate im Jahr beschäftigt. In den Wintermonaten werden sie dann entlassen, im Frühjahr wieder eingestellt.

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