Bauermanns Comeback
Deutsche Basketballer gewinnen auch gegen Italien

Mit zwei Siegen über Estland und Italien feierten Deutschlands Baskettballer, elf Monate nach der EM-Pleite von Schweden und der verpassten Olympia-Qualifikation, einen gelungenen Neuanfang unter dem neuen Bundestrainer Dirk Bauermann.

HB KÖLN. Zudem gelang dem deutschen Team zwei Tage nach dem klaren 89:48-Sieg über die Esten in Trier auch in Köln vor 11 342 Zuschauern gegen Italien mit 85:77 die erfolgreiche Revanche für das Aus bei der letzten EM. Doch wichtiger als die beiden gewonnenen Spiele war die Erkenntnis, dass mit dem neuen Coach eine Aufbruchstimmung erzeugt wurde. Dieser mochte sich auch Roland Geggus, der Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), nicht entziehen: "Das war ein wichtiger Auftakt und zeigte den Stellenwert der Nationalmannschaft."

Die meisten der Fans waren wegen des NBA-Superstars Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks gekommen, der in beiden Spielen im Mittelpunkt der Ovationen stand. "Es ist schön zu wissen, diesen Hype ausgelöst zu haben. Ich kann zwar keine 6000 Autogramme geben, aber ich will den Kids etwas zurückgeben", sagte der 2,13 Meter große Würzburger, der mit 13 Punkten im ersten Spiel gegen Estland und 26 gegen die Italiener nach leichten Anlaufschwierigkeiten bekannte Klasse zeigte.

Zehn Jahre nach seinem ersten Engagement als Bundestrainer leitete Bauermann bei seinem Comeback keinen radikalen Umbruch vor den im September beginnenden Qualifikationsspielen für die EM 2005 in Belgrad ein. In Marko Pesic, Mithat Demirel und Misan Nikagbatse fehlten drei bewährte Kräfte, dafür feierten der Kölner Johannes Strasser und Gordon Geib (Leverkusen) ihr Debüt in der DBB-Auswahl. Leverkusens Dennis Wucherer kam erstmals nach fünf Jahren wieder zu Länderspieleinsätzen.

Zwei Tage vor dem großen Hit gegen die USA war die deutsche Mannschaft gegen Italien weitaus mehr gefordert als gegen die überforderten Esten am Freitag. Gegen die aus der Distanz treffsicheren Gäste lag die DBB-Auswahl im zweiten Viertel schon mit zwölf Punkten zurück, ehe Nowitzki kurz vor der Pausensirene die 40:39-Führung gelang. Nach einem ausgeglichenen und abwechslungsreichen zweiten Abschnitt hatte das deutsche Team das bessere Ende für sich. Neben Nowitzki waren Ademola Okulaja (12), Steffen Hamann (11) und Denis Wucherer (11) die besten Werfer.

Das Bedauern über die Abwesenheit der deutschen Korbjäger beim olympischen Basketball-Turnier war vor allem bei Nowitzki stark ausgeprägt. "Es werden bittere Momente sein, wenn wir die Basketballspiele von Athen im Fernsehen verfolgen", meinte der 26- Jährige, ehe er die Parole ausgab: "Es darf kein Nachweinen mehr geben, wir müssen nur noch nach vorne schauen. Die Olympia-Teilnahme 2008 in Peking bleibt mein Traum."

Ein bisschen kartete Nowitzki dann doch nach, als er die Arbeit des neuen Bundestrainers Bauermann mit der des Vorgängers Henrik Dettmann verglich: "Die Intensität im Training ist viel höher. Es geht voll Stoff zur Sache. Jeder muss im Training alles geben, sonst sieht er sich schnell auf der Bank wieder." Bauermann beeilte sich, das Lob umgehend zurückzugeben. "Man kann es gar nicht hoch genug anerkennen, dass Dirk sich bereit erklärt hat, sich in die Mannschaft zu integrieren, auch wenn es sich nur um die EM-Qualifikation handelt."

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