Bauern haben keine adäquate Unterstützung
Münchener Rück fordert Förderung von Agarversicherung

Reuters MÜNCHEN. Angesichts des Ausbruchs der Tierseuchen BSE und Maul- und Klauenseuche sowie der zunehmenden Naturkatastrophen fordert die Münchener Rück ein staatlich gefördertes Agrarversicherungssystem in Europa. Nach Katastrophen wie Trockenheit, Sturm oder Überschwemmungen erhielten die europäischen Bauern keine adäquate Unterstützung, sagte Vorstandsmitglied Nikolaus von Bomhard am Mittwochabend vor Journalisten in München. Zum einen erhöhe sich durch die klimatischen Veränderungen die Zahl der Naturkatastrophen, gleichzeitig sänken die Förderungen durch die Europäische Union (EU). "Für diese Bedrohungen braucht der Landwirt neue und verbesserte Risikomanagementinstrumente", sagte von Bomhard.

In Deutschland gebe es zum Beispiel keine gesetzlichen Grundlagen für Katastrophenhilfen, erläuterten die Experten des weltweit größten Rückversicherers. Der Landwirt habe keinerlei Rechtsanspruch auf Hilfen, über deren Höhe von Fall zu Fall entschieden und die in der Regel sehr spät ausgezahlt würden. So habe die Trockenheit im Frühsommer 2000 in Nordostdeutschland den Bauern Ernteeinbußen von insgesamt rund 300 Mill. Euro beschert. Erst Anfang 2001 erhielten die Landwirte aber eine staatliche Beihilfe von rund 7,2 Mill. Euro und damit 2 % ihrer Einbußen zurück.

Staatliche Förderung

Bei staatlich geförderten Agrarversicherungssystemen, wie sie zum Beispiel in den USA existierten, übernähmen Versicherer den Großteil der Haftung, der Staat aber einen Teil des finanziellen Risikos, erläuterte Karl Murr, Chefagaringenieur bei der Münchener Rück. So würde in den USA der Staat Zuschüsse von bis zu 50 % der Risikoprämien bezahlen und im Katastrophenfall einen Teil der Haftung übernehmen.

Von dem System profitierten nicht nur die Versicherer und damit auch die Münchener Rück, die im vergangenen Jahr aus der Agrarversicherung 350 Mill. Euro an Beitragseinnahmen erzielte, hieß es. Der Landwirt habe unter einem solchen System eine Rechtsanspruch auf Entschädigung und könne besser kalkulieren. Außerdem erfolge die Hilfe schneller. Auch der Staat habe eine stabiliere Kalkulationsgrundlage und könne bei den Verwaltungskosten einsparen.

Für die kommenden Jahre rechnet die Münchener Rück vor allem bei der Nutztierversicherung, die derzeit nur rund 6 % der Beitragseinnahmen aus der Agrarversicherung ausmacht, mit Steigerungen. Auch die Ernteversicherung werde steigen, die Hagelversicherung dagegen stagnieren.

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