Archiv
Bauernverband: BSE kostet über zwei Mrd Mark

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner rechnet damit, dass die Folgekosten der BSE-Krise in Deutschland weit über die bisherige Schätzung von zwei Mrd. DM hinausgehen werden. Diese Summe decke bei weitem nicht die Kosten ab, die die Bauern "durch Preisverfall, durch den Nichtverkauf von Tieren", zu verkraften hätten, sagte Sonnleitner am Donnerstag im Südwestrundfunk (SWR). Auf den Höfen sei die finanzielle Situation viel dramatischer als es öffentlich dargestellt werde.

dpa BADEN-BADEN. Die Kritik des Bauernverbandes richte sich vor allem an Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), der in der BSE-Krise bisher nur 100 Mill. DM "herausgerückt" habe. Alles andere seien Zahlen, die "hin- und hergeschoben werden", also keine echte zusätzliche Hilfe. Hier werde der Bauernverband auch mit dem Finanzminister "noch ein ernstes Wort reden" müssen. Es gehe auch nicht an, dass sich Bund und Länder über die Köpfe der Betroffenen hinweg über Entschädigungen stritten, sagte Sonnleitner mit Blick auf die Verhandlungen der Agrarminister von Bund und Ländern in Potsdam am Vortag.

Sonnleitner räumte ein, dass die Massenschlachtung von 400 000 älteren Rindern in Deutschland auch für die Bauern ein ethisches Problem darstelle. Andererseits gebe es dazu aber angesichts des zusammengebrochenen Rindfleischmarktes derzeit keine Alternative. Trotz des möglichen Austausches von einem Teil des Fleisches gegen alte, noch nicht auf BSE getestete Lagerbestände geht Sonnleitner davon aus, dass "zum Schluss halt nichts anderes übrig bleiben" wird, als einen Teil des Fleisches zu vernichten.

Ausdrücklich lobte Sonnleitner die neue Verbraucherschutzministerin. Renate Künast (Grüne) habe sich "unwahrscheinlich eingesetzt, um die Krise BSE zu meistern". Der Bauernpräsident nannte die Zusammenarbeit mit Künast "hervorragend". In ihrer vierwöchigen Amtszeit habe sie sich "unwahrscheinlich zielorientiert, pragmatisch" gezeigt. Sie werde von den Bauern akzeptiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%