Baufirmen haben bereits Mitarbeiter und Material abgezogen
Wohnungsbau-Riese Bast stolpert über Mietgarantien

Die zu den größten privaten Wohnungsbau- Gesellschaften Deutschlands zählende Bast-Bau-Gruppe steht wegen Mietgarantien und Steuerforderungen vor dem Aus. Die in Erkrath beheimatete Gruppe hat am Dienstag beim Amtsgericht Wuppertal ein Insolvenzverfahren beantragt.

dpa ERKRATH. Nach Auskunft des Gerichtes bezieht sich der Antrag auf die Dachholding Bast-Bau & Co Dienstleistungskommandit-Gesellschaft und fünf Tochterfirmen. Betroffen seien rund 650 Mitarbeiter in der Erkrather Zentrale, in den Niederlassungen Leipzig und München sowie auf den Großbaustellen der Regionen Düsseldorf, Köln, München und Leipzig.

Einige Baufirmen zogen bereits ihre Mitarbeiter und Material von den Bast-Baustellen ab. Die Handwerkskammer Düsseldorf bot betroffenen Betrieben Beratung an. "Wenn jemand Forderungsausfall hat, braucht er rasche Hilfe", sagte der Geschäftsführer der größten deutschen Handwerkskammer, Thomas Köster. Die Bast-Finanzprobleme seien in die Krise am Bau einzuordnen, die auch viele kleine und mittelständische Handwerksbetriebe spürten.

Der Generalbevollmächtige der Bast-Bau-Gruppe, Klaus A. Cramer, verwies auf die rückläufige Mietentwicklung und die sinkende Bautätigkeit in Deutschland. Zu nicht mehr erfüllbaren Bast- Mietgarantien seien vor kurzem Steuerbescheide für weit zurück liegende Jahre hinzugekommen. Eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen, neue Produkte und ein neuer Marktauftritt im Vertrieb kämen zu spät und reichten nicht aus, um "die Lasten der Vergangenheit aus eigener Kraft zu bewältigen". Um die Mietgarantien für die Kapitalanleger einzuhalten, mussten allein 1999 gut 21 Mill. DM aus Rücklagen entnommen werden.

Die Bast-Bau-Gruppe erzielt nach eigenen Angaben 700 Mill. DM Umsatz. Das vor 47 Jahren gegründete Familienunternehmen erstellte für insgesamt mehr als 17 000 Bauherren rund 20 000 Wohnungen. Die von Bast realisierten Projekte einschließlich Gewerbebauten, Hotels, Schulen, Kirchen, Krankenhäuser und Einkaufszentren entsprächen der Größe einer 100 000-Einwohner-Stadt. Firmengründer Emil Bast starb dieses Jahr. Der Architekt war stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Wohnungsunternehmen. Sein Unternehmen war mit der "Sorglos-Immobilie" bekannt geworden. Für das Jahr 2000 war im Juni "mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis" angekündigt worden.

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