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Baugewerbe sieht keine Besserung

Das deutsche Baugewerbe sieht noch keine durchgreifende Besserung der Lage. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2002 zeigten, dass es die Branche nach wie vor schwer habe, aus ihrem konjunkturellen Tief herauszukommen, betonte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Karl Robl, am Mittwoch in Berlin.

ddp BERLIN/WIESBADEN. Baunachfrage, Umsätze und Beschäftigung seien per Ende Juni noch gesunken. "An dieser grundsätzlichen Situation werden auch die notwendigen Investitionen, die auf Grund der Flutschäden getätigt werden müssen, nicht viel ändern", fügte Robl pessimistisch hinzu. Zwar seien in den vom Hochwasser geschädigten Regionen Baumaßnahmen in erheblichem Umfang erforderlich. Die Bauleistungen deutschlandweit würden dadurch jedoch nur geringfügig beeinflusst.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gebe für einen günstigeren Verlauf der Bautätigkeit praktisch keinen Raum, schätzte der Chef des Verbandes meist mittelständischer Baugewerbetriebe ein. Das Bruttoinlandsprodukt liege real um 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Investieren werde aber nur derjenige, der auf Absatz vertrauen kann, und dies sei in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft nicht der Fall, betonte Robl.

Nach den am selben Tag veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden gingen die Ausrüstungsinvestitionen real um fast zehn Prozent zurück. Die Bauinvestitionen liegen mit vier Prozent im Minus. Dies sei "immer noch ein erheblicher Rückstand, der allerdings etwas geringer als im Vergleich zum Vorjahr ist", sagte Robl. Für das Baugewerbe schlage sich diese Entwicklung per Ende Juni in einem Abbau der Beschäftigten zum Vorjahr um 10,1 Prozent nieder. Das seien gut 100 000 Mitarbeiter weniger.

Die Umsätze gingen den Angaben zufolge bis einschließlich Juni um sieben Prozent zurück. Das Minus bei den Auftragseingängen beträgt real fast sechs Prozent Dabei liegt laut Robl im Unterschied zum Vorjahr die prozentualen Abnahme der Baunachfrage im Westen und im Osten dicht beieinander.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, sank im Juni der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,1 Prozent. Die Baunachfrage verringerte sich im Hochbau um 16,0 Prozent, im Tiefbau nahm sie um 2,4 Prozent ab. Der Umsatz sackte um 8,8 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ab. Gleichzeitig ging die Beschäftigung um 11,1 Prozent auf 862 000 Personen Ende Juni zurück.

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