Bauleistung leicht gesunken: Hochtief kann aufs Auslandsgeschäft bauen

Bauleistung leicht gesunken
Hochtief kann aufs Auslandsgeschäft bauen

Deutlich verringerte Verluste im Heimatmarkt haben die Ertragslage von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief im Geschäftsjahr 2002 verbessert. Die Bauleistung nahm dagegen leicht ab.

Reuters ESSEN. Die erfolgreiche Umstrukturierung des Geschäftsbereich "Construction" habe maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Ertragssituation insgesamt 2002 gegenüber dem Vorjahr verbessert habe, teilte Hochtief am Mittwoch in Essen mit. In "Construction" hat Hochtief vor allem sein deutsches Baugeschäft zusammengefasst. Eine Ergebnis-Zahl wurde nicht genannt.

Konzernchef Hans-Peter Keitel hatte im vorigen November für 2002 ein leicht über dem Vorjahr liegendes Ergebnis prognostiziert. Das Geschäftsjahr 2001 hatte Hochtief mit einem Gewinn vor Steuern von 78 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Bauleistung ging Hochtief zufolge 2002 auf 12,78 Milliarden Euro von 12,98 Milliarden Euro im Vorjahr zurück. Der Auftragseingang sei hingegen um 1,8 Prozent auf 14,43 Milliarden Euro gestiegen, der Auftragsbestand lag mit 14,07 Milliarden Euro ebenfalls um 1,8 Prozent höher.

Einen detaillierten Überblick über das abgelaufene Geschäftsjahr will Hochtief auf seiner Bilanzpressekonferenz am 10. April geben. In der Branche wird dann auch mit einer ersten Tendenzaussage zur aktuellen Geschäftslage gerechnet. Hochtief verzichtete in seinem ersten Überblick über 2002 auf eine Prognose für das laufende Jahr.

Die im Nebenwerteindex MDax notierten Hochtief-Aktien verloren am Mittwoch nach Vorlage der Zahlen 0,42 Prozent auf 11,90 Euro.

In Geschäftsbereich "Construction" habe Hochtief 2002 seinen Verlust gegenüber dem Vorjahr erheblich verringert, hieß es weiter. 2001 hatte der Baukonzern in dieser Sparte noch einen Verlust von 184 Millionen Euro verbucht. Die eingeleitete Restrukturierung des Bereichs werde trotz eines nach wie vor "katastrophalen Marktumfeldes" in Deutschland im laufenden Geschäftsjahr zu einem ausgeglichenen Ergebnis führen, bekräftigte Hochtief frühere Aussagen von Konzern-Chef Keitel.

Mit 84 Prozent hat Hochtief den Angaben zufolge den größten Teil der Bauleistung außerhalb des Heimatmarktes erbracht. Mit 12,2 Milliarden Euro entfiel auch der weitaus überwiegende Teil des Auftragseingangs auf das Ausland. In der Weltrangliste der größten Baukonzerne rangiert Hochtief nach eigenen Angaben auf Platz fünf, in Europa auf Platz vier. Am gestiegenen Auftragseingang habe vor allem die australische Baugruppe Leighton Holdings einen wesentlichen Anteil gehabt. Hochtief ist an Leighton mit 50,3 Prozent beteiligt und hat die Gruppe 2001 erstmals voll konsolidiert. Wegen daraus resultierender Sondereffekte habe deren Betriebsergebnis 2002 unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Das Amerika-Geschäft, das maßgeblich von der US-Bautochter Turner getragen wird, sei weiter gewachsen, hieß es. Allerdings habe der starke Euro verhindert, dass dieser Zuwachs im selben Ausmaß bilanziert werden konnte. Immerhin liege das Betriebsergebnis der Amerika-Sparte aber trotz der Wechselkursentwicklung auf Vorjahresniveau.

Hochtief gehört mehrheitlich zum Essener Energiekonzern RWE , der die Beteiligung am Baukonzern aber nur noch als Finanzbeteiligung führt. Im Zuge der Fokussierung auf sein Kerngeschäft Energie will sich RWE aber von seiner Baubeteiligung trennen. Der scheidende RWE-Konzernchef Dietmar Kuhnt hatte Anfang Februar mit Blick auf die schlechte Börsenverfassung einen kurzfristigen Verkauf aber ausgeschlossen.

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