Baumann nachnominiert
Neuer Tiefschlag: Wörns sagt WM ab

Für Rudi Völler kommt es knüppeldick: Auch Christian Wörns hat am Donnerstag die WM abgesagt. Der 30-jährige Verteidiger von Borussia Dortmund muss nach einer Meniskusoperation länger pausieren. Für Wörns wurde der Bremer Frank Baumann nachnominiert.

dpa SIEGBURG. "Schweren Herzens mussten wir erkennen, dass Christian nicht rechtzeitig fit wird", erklärte der Teamchef am Donnerstag. Wörns ist nach dem Leverkusener Jens Nowotny (Kreuzband) und dem Münchner Mehmet Scholl (Verzicht) der dritte Ausfall für die Fußball-Weltmeisterschaft, die für das deutsche Team am 1. Juni mit der Partie gegen Saudi-Arabien beginnt.

Nach einer Untersuchung im DFB-Quartier sowie einer Besprechung zwischen Völler, Bundestrainer Michael Skibbe und der medizinischen Abteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fiel die Entscheidung, ohne Wörns nach Asien zu fliegen. Der Bundestrainer informierte danach telefonisch sofort den 26 Jahre alten Verteidiger Baumann (11 Länderspiele), der auf Abruf nominiert war. Der Wörns-Ersatz soll schon am (morgigen) Freitag zum deutschen Team stoßen, das einen Tag später in Leverkusen den letzten WM-Test gegen Österreich bestreitet.

Völler verordnete für die Vize-Abonnenten von Bayer 04 Pflegestufe eins, der Rest der deutschen WM-Fahrer musste sich nochmals kräftig quälen. Einen Tag nach dem verpassten Champions-League-Sieg der Leverkusener Nationalspieler hielt sich die sportliche Leitung nicht lange mit Trauer über die erneute Final-Niederlage und die Wörns-Absage auf. Stattdessen verkündete Skibbe energisch: "Der deutsche Fußball wurde in den Finals um Champions League und UEFA-Cup hervorragend vertreten. So wollen wir uns auch in Japan und Korea präsentieren, aber möglichst noch etwas erfolgreicher spielen", betonte Skibbe.

Die Verantwortlichen des DFB-Teams rechnen nicht damit, dass sie ab Freitag, wenn die fünf Nationalspieler von Bayer 04 zum Team stoßen, größere Seelenmassage betreiben müssen. "Zu Beginn wird es nicht so einfach sein. Aber je länger sie von zu Hause weg sind, desto besser wird es", betonte Völler. Wir fürchten keinen psychischen Knacks", meinte Skibbe. "Das war eine unglückliche Niederlage. Trotzdem haben die Leverkusener eine tolle Saison gespielt und können stolz auf sich sein", ergänzte der Teamchef.

Allerdings wird den dreifachen Final-Verlierern Hans-Jörg Butt, Michael Ballack, Carsten Ramelow, Bernd Schneider und Oliver Neuville nach über 60 Saisonspielen erst einmal Schonung verordnet. "Sie sind hoch belastet, da tut eher Ruhe gut", sagte Skibbe. Die Bayer - Fraktion wird am Samstag beim Heimspiel gegen Österreich (19.00/live im ZDF) noch keine Rolle spielen. Erst im japanischen Trainingsquartier sollen Ballack wieder richtig an den Ball treten, ein letzter Test gegen eine Regionalauswahl ist vereinbart.

Um die nach einer langen Saison geschlauchten Körper in den neun Tagen Trainingslager im südjapanischen Miyazaki richtig belasten zu können, mussten sich die Spieler am Donnerstag im Aggerstadion von Troisdorf noch einmal einem Laktattest stellen, den auch die Leverkusener noch absolvieren sollen. "Das ist für die Belastungs-Steuerung wahnsinnig wichtig", unterstrich Skibbe. Vor allem Ballack, der sich seit Wochen mit einer Fußprellung plagt und nur mit Tabletten spielen konnte, sowie Neuville (Zehenbruch) wird eine besonders dosierte Behandlung zugesichert.

Der 25 Jahre alte Aufsteiger Ballack sieht nach den "drei Negativ- Erlebnissen, die nicht so leicht wegzustecken sind", in der WM eine neue Chance. "Die WM ist ein großes Turnier. Da müssen wir uns neu orientieren." Jedoch weiß der Sachse auch um die Wirkung des dreifachen Negativ-Erlebnisses: "Das kommt jeden Tag hoch." Auch Bayer-Coach Klaus Toppmöller stufte dies im "kicker" als mögliches Problem ein: "Aber ich traue Rudi mit seiner ruhigen und sachlichen Art zu, dass er die Jungs aus dem Loch zieht. Ihnen muss klar werden, dass sie nicht oft im Leben eine WM spielen können." Ramelow versprach bereits: "Wir werden alle Kräfte mobilisieren können."

"Wir sollten schauen, nicht zu lange darüber zu sprechen", beendete Christian Ziege das Thema Triple-Vize. "Frust, Wut und Enttäuschung", die Bernd Schneider aus Glasgow mitbrachte, will der Dauerläufer nach dem Motto behandeln: "Jetzt sind wir drei Mal Zweiter geworden. Darauf folgt eigentlich der erste Platz. Die WM ist das größte Ereignis, da werden wir uns wieder motivieren können."

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