Baumaschinenhändler steht unter Ertragsdruck
Zeppelin vertreibt künftig Gabelstapler

Der größte europäische Baumaschinenhändler Zeppelin will unabhängiger von der seit sieben Jahren auf Talfahrt befindlichen Baukonjunktur werden.

mwb MÜNCHEN. Das aus dem legendären Luftschiffbauer hervorgegangene Unternehmen vertreibt und wartet in Deutschland seit 1954 exklusiv die Baumaschinen des weltgrößten Herstellers Caterpillar. Zum Jahresbeginn ist Zeppelin in das Geschäft mit Gabelstaplern und Schiffs-Motoren eingestiegen. "Wir stellen uns breiter auf", sagt Zeppelin-Chef Ernst Susanek.

Bei den Schiffdieseln geht es ebenfalls um eine Zusammenarbeit mit Caterpillar. Zeppelin beteiligte sich mit 48 % an der neu gegründeten MaK Deutschland GmbH & Co KG, deren restliche 52 % die Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG hält. Susanek rechnet mit einem Absatz von rund 100 Motoren und einem Jahresumsatz von 110 Mill. Euro.

Als zweiter strategischer Schritt wurde zu Jahresbeginn mit der Nacco Materials Handling Group ein Kooperationsvertrag zur exklusiven Vertretung der Marke Hyster geschlossen. "Gabelstapler ergänzen unser bisheriges Geschäft mit Baumaschinen. Zudem können wir unser Vertriebsnetz besser nutzen", sagt Susanek. Bis 2005 peilt man einen Umsatz von 120 Mill. Euro an.

Zeppelin leidet unter der Nachfrageschwäche der deutschen Bauwirtschaft. 2001 musste Zeppelin laut Susanek einen Umsatzrückgang um rund 5 % auf 1,2 Mrd. Euro hinnehmen. Das Unternehmen liege damit besser als der gesamte deutsche Baumaschinenhandel. Dieser habe im vergangenen Jahr rund 14 % verloren, sagte Susanek. Die Zahl der verkauften Neumaschinen sei in Deutschland branchenweit gar um 23 % eingebrochen. Insgesamt hat sich der Absatz von Baumaschinen in den letzten vier Jahren auf 21 300 halbiert. Zeppelin gilt in Deutschland mit einem Anteil von rund einem Drittel als Marktführer vor den Vertriebsorganisationen von Volvo und Komatsu. Auch die Ertragslage ist unter Druck. "Das Ergebnis ist niedriger ausgefallen", räumte Susanek ein. 2000 hatte das Ergebnis vor Steuern noch bei knapp 50 Mill. Euro gelegen. Die exakten Ertragszahlen wollte Susanek nicht nennen. Gegen ein noch stärkeres Absinken des Gewinns habe Zeppelin durch Kosteneinsparungen von 15 Mill. Euro gegengesteuert. Weitere 15 Mill. Euro will man 2002 einsparen.

Neben dem Hauptstandbein Baumaschinen steuert der Industriebereich 8 % zum Umsatz bei. Unter anderem baut Zeppelin Großbehälter aus Aluminium und Edelstahl in Friedrichshafen. Zudem hält sie einen Anteil von 11,45 % an der Luftschifftechnik GmbH, die ein Luftschiff für 12 Personen baut.

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