Bausparkassen profitierten von Einbruch am Aktienmarkt
Enttäuschte Privatanleger sparen "klassisch"

Bausparen steht trotz der wirtschaftlichen Flaute bei den Bundesbürgern offensichtlich hoch im Kurs. Der Bundesverband der Privaten Bausparkassen zählte im vergangenen Jahr einen Anstieg der neuen Verträge um 2,4 Prozent auf gut 2,4 Millionen, berichtete der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Andreas Zehnder, vor Journalisten am Montag in Berlin. Die Bausparsumme im Neugeschäft wuchs um 5,2 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro.

HB/dpa BERLIN. Zehnder führte den Anstieg auch auf die überaus negativen Erfahrungen zurück, die viele Bundesbürger mit der Aktienanlage gemacht hätten. Dies habe dazu geführt, dass ein zunehmender Anteil an Spargeldern wieder in sichere Anlageformen fließe. Bei den 17 Privaten Bausparkassen, die einen Marktanteil von zwei Dritteln auf sich vereinen, bestanden zum Jahresende 2002 insgesamt 21,2 Millionen Verträge über eine Bausparsumme von 454,7 Milliarden Euro. Der gesamte Geldeingang erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro.

Angesichts der unklaren Zukunft der Eigenheimzulage erwartet der Verband im laufenden Jahr einen kräftigen Einbruch beim Wohneigentum.

Zehnder forderte die Bundesregierung auf, ihren Gesetzentwurf zur Kürzung der Zulage entweder zurückzuziehen oder den Stichtag 31. Dezember 2002 auf den Tag des in Kraft Tretens einer Neuregelung zu verschieben. Potenzielle Bauherren und Kreditwirtschaft müssten Klarheit haben über das, was sie zu erwarten hätten, sagte Zehnder.

Der Verband erwartet in diesem Jahr einen Wohnungsneubau von 245 000 Wohnungen, nach 270 000 im vorigen Jahr. In Westdeutschland werde mit 210 000 Fertigstellungen beinahe das niedrigste Neubauniveau der Nachkriegszeit (1988: 209 000 Wohnungen) erreicht.

Obwohl auch der Eigenheimbau seit 2000 von dem allgemeinen Abwärtstrend erfasst worden sei, habe dieser Bereich dennoch ganz erheblich zur Stabilisierung des Wohnungsbaus beigetragen. So sei etwa der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser an allen fertig gestellten Wohnungen von 34 Prozent im Jahr 1999 auf rund 60 Prozent im Jahre 2002 gestiegen.

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