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Baustelle GE

Was ist los mit General Electric? Schwaches Wachstum und keine Aussicht auf Besserung im kommenden Jahr. Der Konzern wird umgebaut - nicht ohne Risiko für die Aktionäre.

Was ist los mit General Electric, dem US-Mischkonzern und dem Dauerwachstums-Vorzeigestar? Die Gewinne der Gesellschaft sind 2002 lediglich einstellig gewachsen, werden das auch 2003 tun. Für das kommende Jahr stellt das Management gar überhaupt keine Gewinnzuwachsrate in Aussicht. So etwas hat es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Die Aktionäre haben sich darauf ihren Reim gemacht - und den Kurs der Aktie kräftig purzeln lassen.

Hinter den blanken Zahlen und Gewinnvorhersagen stecken vermutlich mehr gute Nachrichten als man zunächst meinen mag. Kein Zweifel, GE steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel. GE-Boss Jeffrey Immelt hat erkannt, dass das Unternehmen in der Struktur seines Vorgängers und Management Übervaters Jack Welch künftig kaum mehr in der Lage sein dürfte, überproportionale Wachstumsraten zu produzieren. GE verfügt über zu viele Geschäftszweige, die kapitalintensiv sind und zu geringes Wachstums produzieren. Von diesen Teilen will sich Immelt sofort oder schrittweise trennen und stattdessen im Medizin- und Mediengeschäft wachsen, wo GE bereits signifikante Geschäfte betreibt und Synergieeffekte erzielen kann.

Mit diesen Schritten stellt Immelt die bisherige Strategie des Konglomerates nicht in Frage, das sich durch unterschiedliche Wachstumszyklen nahezu perfekt vor konjunkturellen Schwankungen schützen kann. Aber: Immelt mutet GE einen schnellen Umbau zu. Und hierin liegt die eigentliche Gefahr der Strategie. GE galt immer als das perfekte Konglomerat, weil alle Teile des Ganzen kulturell zusammenpassten und sich gegenseitig unterstützten. Immelt wird vor allem diese Attribute erhalten müssen, will er zu den alten Zuwachszahlen zurückkehren.

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