Baustellen werden still stehen
Bau und Banken bereiten sich auf Streik vor

Die Vorbereitungen für Streiks am Bau und bei den Banken laufen auf Hochtouren. Während die IG BAU am Freitagabend die Urabstimmung unter ihren 340 000 Mitgliedern abschloss, stimmte die Große Tarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für eine Urabstimmung unter den Bank-Angestellten in der nächsten Woche.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der erste bundesweite Streik auf den Baustellen soll am Montag beginnen. Bei der Urabstimmung sei die Beteiligung deutlich höher als erwartet gewesen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt (IG BAU) in Frankfurt. "Die Kollegen sind entschlossen. Die Bereitschaft zu einem Streik ist sehr groß." Bei der fünftägigen Urabstimmung waren 340 000 Gewerkschaftsmitglieder zur Stimmabgabe aufgefordert. Das Ergebnis soll am Samstag in Frankfurt bekannt gegeben werden. Die IG BAU rechnet fest damit, das die erforderliche Zustimmung von 75 % der abgegebenen Stimmen erreicht wird.

IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel schloss Streiks auf Autobahnbaustellen in der kommenden Woche nicht aus. Dem Internetdienst des ACE Auto Clubs Europa sagte der Gewerkschaftsvorsitzende in Stuttgart: "Es kann sein, dass wir im Bereich von Brücken und Autobahnkreuzen zu Arbeitsniederlegung aufrufen werden". Auch Sanierungsmaßnahmen seien davon betroffen.

In dem seit Februar dauernden Bau-Tarifkonflikt waren die Schlichtungsversuche unter Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler gescheitert. Die Gewerkschaft fordert für die 850 000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 4,5 %, das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 3,0 %. Streit gibt es insbesondere über die Anhebung der Mindestlöhne in den neuen Ländern. Dabei bestanden erhebliche Differenzen im Arbeitgeberlager.

ver.di-Banken-Verhandlungsführer Hinrich Feddersen kündigte für die kommende Woche weitere Warnstreiks in der Branche mit rund 460 000 Beschäftigten an. Der drohende Arbeitskampf hat sich an der Bedingung der Arbeitgeber entzündet, größere Teile der Gehälter leistungsabhängig zu machen und dafür den Tarifvertrag zu öffnen. Feddersen lehnte dies als skandalösen Versuch ab, "betriebliche Tarifabsenkungen von bis zu 35 % zu ermöglichen".

Arbeitgeber wollen die Verhandlungen fortsetzen, die von der Gewerkschaft nach der dritten Runde für gescheitert erklärt worden waren. Der Arbeitgeberverband hat seinen Mitgliedern vorgeschlagen, die Gehälter ohne neuen Tarifvertrag freiwillig um 3,1 % zu erhöhen. Die Gewerkschaft verlangt 6,5 % mehr Gehalt.

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