Baut 500 Stellen ab
Lonza gibt Gewinnwarnung heraus

Die Schweizer Feinchemiegruppe Lonza rechnet infolge schwieriger Marktbedingungen im ersten Halbjahr 2003 mit einem Rückgang des Betriebsgewinns um etwa 20 Prozent und will 500 von insgesamt 6200 Stellen abbauen.

Reuters BASEL. Über die Auswirkungen auf die Geschäftsziele 2005 will Lonza später informieren. In der Schweiz sollen 90 Arbeitsplätze wegfallen, teilte Lonza am Montag weiter mit. Bislang hatte die Gruppe für 2003 eine Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt. Im Jahr 2002 erzielte Lonza einen Betriebsgewinn (vor Devestitionen) von 419 Millionen sfr.

Doch nun spürt die Firma eigenen Angaben zufolge die weltweiten Überkapazitäten im Bereich der Auftragsproduktion. Das Geschäft mit monoklonalen Antikörpern und rekombinanten Proteinen, das als Zukunftsbereich des Unternehmens eingeschätzt wird, wurde durch Misserfolge bei klinischen Studien von Kunden beeinträchtigt. In anderen Bereichen schlugen höhere Rohmaterialpreise und ungünstige Wechselkurse negativ zu Buche. Eine neue Anlage in Portsmouth, die Mitte 2004 in Betrieb gehen sollte, sei nicht betroffen, betonte Lonza, diese werde zu 90 Prozent ausgelastet sein.

An der Börse verlor die Lonza-Aktie bis gegen 10.30 Uhr rund zehn Prozent auf 71,95 sfr. Analysten nahmen die Gewinnschätzungen zurück oder kündigten einen solchen Schritt an. Bereits am Freitag war die Lonza-Aktien bei vergleichsweise grossen Umsätzen deutlich gefallen.

In der zweiten Jahreshälfte 2003 rechnet Lonza mit einer wesentlichen Verbesserung der Lage. Das Jahresergebnis ohne Berücksichtigung ausserordentlicher Erträge dürfte aber nicht höher ausfallen als im Vorjahr. Für 2002 kam Lonza auf einen Reingewinn von 402 Millionen sfr; darin waren 101 Millionen sfr vor Steuern als Sonderertrag enthalten.

In den kommenden zwölf Monaten will das Unternehmen die Kosten um rund 100 Millionen sfr senken. Die entsprechenden Restrukturierungsmassnahmen werden zunächst Kosten von 50 Millionen sfr erfordern, wie es weiter hiess. Auch Forschung und Entwicklung sollen neu organisiert werden. Dies soll bis Ende 2004 zusätzliche Einsparungen von 50 Millionen sfr bringen. Die Bank Julius Bär nahm die Gewinnschätzung für 2003 auf 5,07 von 6,80 sfr je Aktie zurück und rechnet für 2004 noch mit einem Gewinn je Aktie von 6,32 (bisher 7,98) sfr je Aktie.

Die Ziele 2005 der Lonza Gruppe sahen einen Umsatz von mehr als 2,7 Milliarden sfr, ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 15 Prozent und eine Betriebsmarge von 22 Prozent vor. Die Ebitda-Marge sollte 30 Prozent erreichen. Für 2002 lag die Betriebsmarge bei 16,5 Prozent und die Ebitda-Marge lag bei 22,7 Prozent. Die Ziele 2005 seien erst einmal "Makulatur", so die Bank Wegelin in einem Kommentar.

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