Bauunternehmer darf abwarten
Brand auf Baustelle wird doppelt teuer

Müssen Montage- und Installationsarbeiten an einem Bauobjekt wegen eines Brandes unterbrochen werden, ist der Auftraggeber meist doppelt gestraft. Er muss sich nicht nur mit den Brandfolgen herumschlagen. Es drohen zudem weitere erhebliche Ausfallzeiten, weil die Arbeiten oft nur zögerlich wieder in Gang kommen.

crz BRÜHL. So entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln, dass die Fortführung der Bauarbeiten so lange nicht fällig ist, wie der Auftraggeber dem Unternehmer nicht mitteilt, dass die von ihm bereitzustellende Stromversorgung wieder funktioniert. Der Unternehmer sei nicht dazu verpflichtet, von sich aus nach anderweitigen Möglichkeiten zur Stromversorgung zu forschen.

In dem entschiedenen Fall ging es um die Zahlung restlichen Werklohnes in Höhe von 63 000 Euro. Diesen Betrag hatte der Bauherr einer Lagerhalle gegenüber einem Auftragnehmer als angeblichen Verzugsschaden einbehalten. Die Arbeiten an dem programmgesteuerten Hochregallager waren am 12.2.1999 infolge eines Brandereignisses unterbrochen worden. Der spätere Kläger konnte unmittelbar darauf die begonnenen Arbeiten nicht fortsetzen, weil die Stromversorgung ausgefallen war. Erst am 30.7.1999 informierte der Bauherr den Kläger darüber, dass die Stromversorgung wieder in Gang gesetzt worden sei. Mit Schreiben vom 4.8.1999 teilte der Kläger mit, dass er die restlichen Arbeiten teilweise neu terminlich planen müsse. Bereits am 10.8.1999 verfasste der Bauherr daraufhin ein Mahnschreiben, in dem er die abnahmefähige Übergabe bis spätestens zum 3.9.1999 verlangte. Der Kläger setzte die Arbeiten aber erst im Oktober 1999 fort und stellte die Auftragsarbeiten insgesamt im Februar 2000 fertig.

Das OLG Köln gab der Klage statt. Der Bauherr könne seine Hände schon deshalb nicht in Unschuld waschen, weil er während eines Zeitraums von nahezu sechs Monaten nicht Willens oder in der Lage war, die Stromversorgung zu gewährleisten. Und danach sei der Kläger nicht zur sofortigen Fertigstellung verpflichtet gewesen. Ihm sei eine angemessene Frist einzuräumen.

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