Bauzeit von acht Jahren wird erwartet
Bahnprojekt "Stuttgart 21" ist endgültig gesichert

Die Hängepartie um das Milliarden-Projekt "Stuttgart 21" und die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm ist zu Ende. Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel sagte am Mittwoch, das Land habe sich grundsätzlich mit der rot-grünen Bundesregierung über einen Zeitplan und die Vorfinanzierung geeinigt. Im Jahr 2004 solle mit dem Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation und mit der Neubaustrecke begonnen werden.

ap STUTTGART. Es werde mit einer Bauzeit von acht Jahren gerechnet, sagte Teufel. Bund, Land, Stadt und Bahn hatten sich bei einem Spitzengespräch in Berlin geeinigt. Das Land werde nun auch den Bundesanteil bei "Stuttgart 21" in Höhe von 886 Mill. DM vorfinanzieren, es seien mit Zinskosten von 270 Mill. DM zu rechnen.

Im Gegenzug kündigte Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig an, dass der Bund außerdem 120 Mill. DM zum vorzeitigen Baubeginn beitragen wird. "Um diesen Betrag kann somit die Summe der Vorfinanzierungskosten reduziert werden." Zur Vorfinanzierung der Neubaustrecke von Stuttgart nach Ulm will das Land nun 989 Mill. DM bereitstellen. Die vorfinanzierten Beträge will der Bund ab dem Jahr 2011 in acht Jahren an Baden-Württemberg zurückzahlen, berichtete Teufel.

Der CDU-Politiker sprach von einem Jahrhundertprojekt. Es sei ein qualitativer Sprung für die Infrastruktur von Baden-Württemberg. Bodewig erklärte, dies sei ein guter Tag für den Schienenverkehr in Deutschland und ein guter Tag für die Bahn. Der Bundesverkehrsminister einigte sich auch mit Bayern über die Vorfinanzierungskosten für den Umbau des Bahnhofs in Neu-Ulm. Damit trage der Bund von den 8,1 Mrd. DM der Gesamtkosten für die Neubaustrecke und für den Umbau der beiden Bahnhöfe insgesamt 3,9 Mrd. DM.

Mit der Verwirklichung des Milliarden-Projekts "Stuttgart 21" und des Baus der Schnellbahntrasse von Stuttgart nach Ulm sollen die Fahrtzeiten erheblich verringert und verhindert werden, dass der Südwesten vom internationalen Schienenverkehr abgekoppelt wird. Teufel kritisierte das Verhalten der rot-grünen Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Acht-Milliarden-Projekt scharf. Er habe es zum ersten Mal erlebt, dass ein Vertragspartner nicht zu einer Vereinbarung gestanden sei. Dadurch sei erhebliche Zeit und auch Geld verloren gegangen.

SPD-Fraktionschef Ulrich Maurer sagte, die erzielte Lösung sei für die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes von großer Bedeutung. Er kritisierte zugleich die Verhandlungsführung von Teufel. Dessen parteipolitisch motivierter Konfrontationskurs gegenüber der Bundesregierung komme das Land teuer zu stehen. FDP-Fraktionschef Ernst Pfister sagte, der erzielte Durchbruch sei eine Jahrhundertchance.



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