BaWe diskutiert intern über den Fall
Investorenkonferenz sorgt für Aufregung

Eine Investorenkonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt hat am Donnerstag unter Händlern und Analysten für Aufregung gesorgt. Auf der dreitägigen Veranstaltung, die seit Mittwoch unter Ausschluss der Presse stattfindet, präsentieren sich nach Angaben von Marktteilnehmern nahezu alle Dax-Unternehmen.

vwd FRANKFURT. Zugelassen seien dabei lediglich 100 internationale Analysten und Fondsmanager. "Dieser kleine Kreis erhält Informationen, die kursbewegend sind", sagt ein Händler.

Gerade am Mittwoch habe man deutlich sehen können, wie die Aktien von Deutsche Telekom, Infineon, Epcos oder Software AG nach positiven Aussagen der Vorstände auf eben dieser Konferenz stark gestiegen seien. "Es ist schon sehr seltsam, dass nur sehr wenig dieser wichtigen Nachrichten in den Markt kommt", so ein weiterer Händler. Am Donnerstag hätten unter anderem Commerzbank, Allianz, SAP, MLP und Preussag auf der Tagesordnung gestanden. Auch dort habe es Informationen gegeben, die, vor allem bei der Commerzbank, für überproportionale Kursgewinne gesorgt habe. "Überall wird davon geredet, dass das Vertrauen in die Börsen wieder hergestellt werden müsse.

Aber eine solche exklusive Veranstaltung, auf der auch noch wirklich interessante Neuigkeiten verbreitet werden, konterkariert doch die ganzen Bemühungen", sagt ein Analyst. Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte zwar, dass viele Dax-Unternehmen sich auf der Konferenz vorstellten, eine Liste diese Unternehmen wollte er aber nicht zur Verfügung stellen.

Nach Informationen von vwd stellen sich am Berichtstag noch ConSors, AWD, AMB Generali, Deutsche Post, Bayer, Lufthansa, MAN, Stinnes, Continental, Südzucker, Preussag, RWE und DaimlerChrysler vor. Der Freitag gehört dann weitgehend Unternehmen des Neuen Marktes.

Beobachter gaben gaben zudem zu bedenken, dass einige der kolportierten News durchaus Ad-hoc-pflichtig gewesen wären. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) bestätigte, dass es von der Kritik der Händler und Analysten Kenntnis habe und der Fall intern diskutiert werde. Allerdings sei es noch zu früh, um zu sagen, dass das BAWe eine Prüfung unter Ad-hoc-Gesichtspunkten aufgenommen habe.

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