Bayer-Aktie profitiert von Potenzmittel
Dax gibt weiter nach

Angeführt von den Kursverlusten des Chip-Herstellers Infineon haben die deutschen Aktienmärkte am Montag bei geringen Umsätzen leichter tendiert. "Im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage werden die Umsätze hier schon dünner. Viele haben ihre Bücher bereits weitgehend geschlossen", sagte ein Aktienhändler. Abwartend verhielten sich die Anleger besonders vor der für Dienstagabend (MEZ) erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Analysten rechnen im Wochenverlauf mit steigenden Kursen.

Reuters FRANKFURT. Der Dax notierte im frühen Handel mit 5160 Punkten 0,7 Prozent unter seinem Schlussstand vom Freitag. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax 50 um 0,69 Prozent auf 1288 Zähler. Der MDax für mittelgroße Werte büßte 0,4 Prozent auf 4263 Zähler ein. In den USA hatten sowohl der Dow-Jones-Index als auch die Technologiebörse Nasdaq am Freitag nachgegeben.

Nahezu alle von Reuters befragte US-Händler erwarten eine weitere Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte. Das wäre der elfte Schritt des Jahres um dann 475 Basispunkte. "Vor der Entscheidung werden die Leute hier in Deutschland wieder sehr abwartend sein", sagte ein Händler. "Ich glaube aber nicht, dass die Entscheidung den Markt nachhaltig beeinflussen wird", fügte ein anderer Händler hinzu.

Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnen in dieser Woche mit wahrscheinlich anhaltenden Kursgewinnen. Dafür spreche die zuletzt in den Markt strömende Liquidität sowie die Besserung einiger Konjunkturindikatoren. "Allerdings wird aus Bewertungssicht die Luft immer dünner", sagten die HSBC-Analysten. In der Vorwoche hatte der Dax mehr als vier Prozent und der Nemax 50 rund fünf Prozent zugelegt.

Infineon-Aktien im Blickpunkt

Im Blickpunkt des Handels standen die Anteilsscheine des Chip-Herstellers Infineon, die sich um mehr als vier Prozent auf 26,10 Euro verbilligten. Belastend wirke die Ausgabe einer Wandelanleihe bei Europas größtem Chip-Hersteller STMicroelectronics (STM), sagte ein Händler. Die geplante Platzierung werde vom Markt schlecht aufgenommen und belaste dadurch auch die Konkurrenten. STM verloren im Pariser Handel rund vier Prozent. "Jetzt gibt es natürlich auch wieder Sorgen um eine Anleihe bei Infineon", sagte ein anderer Händler. Das würde zu einer Verwässerung der Anteile führen, hieß es. Analysten sprachen außerdem von einigen Gewinnmitnahmen.

Unterschiedlich ragierten die Bank-Aktien im Dax auf einen Zeitungsbericht, wonach der EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti vier deutsche Banken wegen Preisabsprachen im Sortengeschäft mit Währungen der Euro-Zone ein Bußgeld von insgesamt 100 Millionen Euro auferlegen will. Die Commerzbank verlor 1,21 Prozent auf 18,81 Euro. Dagegen legte die HypoVereinsbank 1,17 Prozent auf 36,45 Euro. Die nicht von den möglichen Sanktionen betroffene Deutsche Bank tendierte unverändert.

Die Aktie des Pharmakonzerns Bayer stieg um 0,60 Prozent auf 37,13 Euro. Händler führten die Entwicklung auf eine Nachricht von Freitag zurück. Danach hat das in der Entwicklung stehende Potenzmittel Vardenafil hat nach Angaben der Bayer AG in klinischen Tests eine signifikante Verbesserung der Erektionsfähigkeit bei Männern erbracht.

Die Papiere der Lufthansa stiegen zeitweise um mehr als drei Prozent. Einem Magazinbericht zufolge will die schweizerische Fluglinie Crossair mit der Lufthansa über eine Partnerschaft reden. "Uns ist nichts darüber bekannt", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Der Betriebsrat der Lufthansa fordert indessen von der Bundesregierung finanzielle Hilfen, um die Gewinnausfälle nach den Anschlägen vom 11. September aufzufangen. Am Montag wird Bundeskanzler Gerhard Schröder auf einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung der Fluglinie reden. "Lufthansa wird gestärkt aus der Krise hervorgehen", sagte Analyst Klaus Kränzle von der Bremer Sparkasse. Er empfiehlt die Aktie weiter mit "Strong Buy".

Im MDax stiegen die Titel des Rüstungskonzerns Rheinmetall um mehr als zwölf Prozent auf 21,51 Euro. Der Düsseldorfer Konzern steht einem Handelsblatt-Bericht zufolge vor einem Verkauf. Rheinmetall teilte indessen mit, alle strategischen Optionen zu überprüfen.

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