Bayer droht neues Trauma in Unterhaching: Toppmöllers letzte Chance

Bayer droht neues Trauma in Unterhaching
Toppmöllers letzte Chance

Bei der Rückkehr an den Ort der größten Schmach droht Bayer Leverkusen erneut ein Trauma Unterhaching. Sollte der Krisen geplagte deutsche Vizemeister sein DFB-Pokalspiel beim Münchner Regionalliga-Spitzenreiter wie damals im Bundesliga- Titelfinale 2000 verlieren, wird die Ära des Trainers Klaus Toppmöller unter dem Bayer-Kreuz beendet sein.

HB/dpa LEVERKUSEN. "Wir wären alle glücklich, wenn Klaus Toppmöller die nächsten beiden Spiele gewinnt, aber hier geht es um den Club und nicht um Einzelschicksale", betonte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund vor dem Viertelfinalspiel bei der SpVgg Unterhaching am Mittwoch (19.30 Uhr).

Calmund hatte seinem Coach nach der Niederlage in Dortmund zwar ein Ultimatum von zwei Spielen gestellt, doch ein Patzer bei dem "Amateurverein" würde den Club vorzeitig zum Handeln zwingen. Noch stärken alle Verantwortlichen dem "Trainer des Jahres 2002" den Rücken. Das Kölner Boulevardblatt "Express" verriet jedoch in seiner Dienstagsausgabe schon den Geheimplan der Bayer-Verantwortlichen. Der frühere Leverkusener Profi und Amateurtrainer Thomas Hörster sei der Favorit auf die Nachfolge, hieß es. Auch die früheren Bayer-Profis Falko Götz und Jürgen Röber wurden schon gehandelt.

Toppmöller weiß, was die Stunde geschlagen hat. Schließlich hat der Bayer-Coach selbst den Countdown eingeläutet. Bei vier Niederlagen vom Start weg, sei er wohl kein Trainer mehr, orakelte der frühere Nationalspieler bereits in der Winterpause. Damit habe er "das Damoklesschwert selbst über sich gehängt", befand der Bayer - Sportbeauftragte Meinolf Sprink.

Die nervliche Anspannung, der Druck von außen, das fehlende Selbstvertrauen im entscheidenden Moment - all dies erinnert an die Situation im Mai 2000, als sich das Bayer-Team unter Christoph Daum bei der 0:2-Niederlage in Unterhaching selbst um die Früchte der Arbeit brachte. "Natürlich gibt es daran keine guten Erinnerungen", meinte Sprink: "Doch jetzt ist Pokal, da wird sich die Mannschaft zerreißen." Schließlich biete der Pokal mit weiteren zwei Siegen nach dem Viertelfinale auch eine Chance auf das internationale Geschäft.

Während der Coach vor dem Spiel um die Zukunft immer wieder auf die Fehler seiner Spieler hinwies, bemühte sich Calmund, die Profis aus der Schusslinie zu nehmen. "Wir müssen den Druck von der Mannschaft nehmen. Wenn wir draufhauen, wird es doch nur schlimmer." Immerhin kann Toppmöller erstmals nach der erneuten schweren Verletzung von Jens Nowotny auf die beiden Neuverpflichtungen Radoslaw Kaluzny und den Brasilianer Cris zurückgreifen. Auch die in der Bundesliga gesperrten Carsten Ramelow (5. gelbe Karte) und Yildiray Bastürk können im Pokal eingesetzt werden.

Der einstige Bundesligaclub Unterhaching fiebert dem Pokalhit natürlich entgegen. 9000 Zuschauer werden im Sportpark erwartet. "Wenn wir alles 100-prozentig abrufen können, haben wir eine Chance. Es wäre ein Traum, wenn ich mit meinen 34 Jahren ins Halbfinale einziehe", sagte Abwehrspieler Alexander Strehmel, der auch im Mai 2000 schon dabei war. Strehmel warnte auch davor, sich mit der Situation beim Gegner zu beschäftigen. "Was da läuft, darf uns nicht interessieren. Es kommt allein auf uns an."

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