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Bayer-Gala gegen undisziplinierte Römer

Mit einer erneuten Leistungssteigerung in der Champions League hat Bayer Leverkusen rechtzeitig wieder in die Erfolgsspur gefunden und die Weichen für ein Überwintern im Europapokal gestellt.

dpa LEVERKUSEN. Mit einer erneuten Leistungssteigerung in der Champions League hat Bayer Leverkusen rechtzeitig wieder in die Erfolgsspur gefunden und die Weichen für ein Überwintern im Europapokal gestellt.

"Ich hoffe, dass das keine Eintagsfliege war und nicht wieder ein Rückschlag kommt", sagte Trainer Klaus Augenthaler nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg gegen den AS Rom. Nach der sportlichen Talfahrt in der Bundesliga hat die Bayer-Elf in der europäischen Königsklasse wieder ihr zweites Gesicht gezeigt und die Chancen auf einen Verbleib im Wettbewerb erhöht. "Zumindest für die Uefa-Cup-Teilnahme sieht es sehr gut aus", meinte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Drei Tage nach der lustlosen Vorstellung in der Bundesliga bei Hertha BSC (1:3) präsentierte sich die Leverkusener Mannschaft wie verwandelt. Augenthalers Systemumstellung mit Dreier-Abwehrkette und nur einer Sturmspitze sowie die Verbannung der Offensivspieler Franca und Paul Freier auf die Bank machte sich bezahlt. Vor allem der polnische Nationalspieler Jacek Krzynowek, Torschütze zum 2:1 und unermüdlicher Antreiber, drückte dem Spiel seinen Stempel auf. "Er hat einen unglaublichen Lauf im Moment. Für mich war immer klar, dass er in Leverkusen zünden wird. Er ist hier jetzt richtig angekommen", lobte der Bayer-Coach seinen Flügelspieler.

Bevor die Rheinländer in der zweiten Halbzeit zu ihren Treffern durch Roque Junior (48.), Krzynowek (59.) und den eingewechselten Franca (90./+4) kamen, mussten sie trotz spielerischer Überlegenheit dem Rückstand durch Francesco Totti hinterherlaufen, dessen Freistoß von Dimitar Berbatow unglücklich ins eigene Tor abgefälscht wurde. "Ich dachte schon, jetzt läuft wieder alles gegen uns", meinte Augenthaler, der dann im zweiten Abschnitt vier Stürmer gegen das römische Bollwerk stellte.

Um den möglichen Erfolg brachten sich die Italiener, die im September knapp vier Wochen von Rudi Völler trainiert wurden, mit ihrem undisziplinierten Auftreten und zwei Platzverweisen gegen Christian Panucci und Daniele De Rossi aber selbst. "Ich kann Rudi Völler gut verstehen, dass er nach 26 Tagen die Koffer gepackt hat, so wie die heute durch die Gegend getreten haben", meinte Augenthaler. Roms Trainer Luigi Del Neri, der seiner Mannschaft trotz allem eine gute Leistung attestierte, giftete daraufhin in Richtung Bayer-Coach: "Jeder sollte vor seiner eigenen Tür kehren."

Nach drei Niederlagen und sechs Zählern Rückstand auf die punktgleichen Teams von Real Madrid, Dynamo Kiew und Leverkusen in der Gruppe B haben die Italiener wohl nicht einmal mehr eine Chance auf den dritten Tabellenplatz, der zum Verbleib im Uefa-Cup genügt. "Dass so die Nerven durchgehen, ist unverzeihlich. Es würde nicht schaden, sich ein bisschen zu schämen", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Die in der Bundesliga auf Rang neun zurückgefallenen Leverkusener hingegen dürfen von weiterem Champions-League-Ruhm träumen. "Mit unseren Möglichkeiten können wir jetzt auch das Achtelfinale erreichen", meinte Bayer-Kapitän Jens Nowotny.

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