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Bayer hofft auf „Wunder von Madrid“

Das Champions-League-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und Real Madrid wird zum Krisenbewältigungs-Gipfel. Beide Teams sinnen nach 0:3-Pleiten in der Meisterschaft - die Spanier unterlagen dem FC Barcelona und der Bundesliga-Elfte FC Schalke 04 - auf Wiedergutmachung.

dpa MADRID. Das Champions-League-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und Real Madrid wird zum Krisenbewältigungs-Gipfel. Beide Teams sinnen nach 0:3-Pleiten in der Meisterschaft - die Spanier unterlagen dem FC Barcelona und der Bundesliga-Elfte FC Schalke 04 - auf Wiedergutmachung.

"Die werden heiß sein nach der Niederlage und wollen uns die Bude einrennen", fürchtet Bayer-Chefcoach Klaus Augenthaler vor der Partie und hofft dennoch auf das "Wunder von Madrid": "Alle haben uns sowieso abgehakt. Aber wir haben nicht viel zu verlieren, sondern viel zu gewinnen. Real steht unter Druck."

Die Madrilenen wollen allerdings gegen den viermaligen deutschen Vizemeister alles mobililisieren, um im "Estadio Bernabeau" die Scharte von Barcelona wieder auszuwetzen. "Mit der Niederlage gegen Barcelona ist nichts entschieden. Gegen Leverkusen geht es um alles. Da wollen wir bei unseren Fans Wiedergutmachung leisten", kündigte Kapitän Raúl an. Dass dies nach der Blamage gegen die Katalanen aber nicht so einfach wird, glaubt Mittelfeldspieler Guti: "Das 0:3 ist ein schwerer Schlag für die Stimmung."

Auch nicht gerade ein Ausbund an Fröhlichkeit waren die Leverkusener nach der Schalke-Schlappe. "Ich sehe das nicht so dramatisch", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und empfahl seinen Angestellten: "Am besten sie spielen einfach drauf los, ohne an Gestern und Morgen zu denken." Den Willen, mit dieser Alles-oder-Nichts-Mentalität in Madrid aufzutreten, haben auch die Spieler. "Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerfleischen und die Köpfe hängen lassen", warnte Hanno Balitsch. Ähnlich sieht es der von einer Virusinfektion genesene Jens Nowotny, der in der Abwehr wieder für Ordnung und Stabilität sorgen soll: "Die Fußballer aus Madrid sind auch nur Menschen. Zu großer Druck kann auch bei ihnen zu Verkrampfung führen."

Um dort zu bestehen, will Augenthaler zwar aus einer verstärkten Defensive operieren lassen, keineswegs aber Beton-Fußball spielen. Drei Angreifer sollen dem Gegner das Leben schwer machen. "Madrid ist zu stark. Da kann man sich nicht nur hinten reinstellen. Wir müssen sie auch beschäftigen", forderte er kurz vor dem Abflug, der sich auf Grund der Wetterverhältnisse im Madrid am Montag um fast zwei Stunden verzögerte.

Das bisher einzige Spiel beim spanischen Rekordmeister verlor Bayer 04 am 17. Oktober 2000 mit 3:5 - es war die letzte Partie für den über eine "Kokain-Affäre" gestolperten Christoph Daum als Trainer in Leverkusen. Sollte der Bundesligist erneut verlieren, würde die letzte Partie in der Gruppe B am 8. Dezember gegen Dynamo Kiew zum "Endspiel" um das Weiterkommen in das Achtelfinale werden. Während die Madrilenen mit einem Erfolg über Bayer die nächste Runde erreichen können, muss die Werkself im letzten Spiel gegen Kiew um den Einzug in die Runde der letzten 16 kämpfen.

"Die Konstellation ist so, dass wir gegen Kiew das Endspiel haben werden. Für mich ist es die beste Mannschaft in unserer Gruppe", weiß Holzhäuser um die Schwere der Aufgabe. Deshalb hofft Augenthaler: "Wenn wir einen Punkt holen, müssen wir gegen Kiew nicht mit zwei Toren Unterschied gewinnen." Ansonsten ginge es nach der Winterpause im Uefa-Pokal weiter.

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