Bayer im Minus
Deutsche Aktien setzen Aufwärtstrend fort

Im Vorfeld der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag erneut freundlich präsentiert.

Reuters FRANKFURT. Händler verwiesen darauf, dass sich der liquiditätsgetriebene Aufwärtstrend der vergangenen Tage fortsetze. "Es hat keiner mehr Aktien, die Leute sitzen auf Geld und das will angelegt werden", sagte ein Frankfurter Händler. Zudem spekulierten Marktteilnehmer auf eine Senkung der Leitzinsen im Euroraum um einen Viertel Prozentpunkt. "25 Basispunkte sind in den Kursen schon eingepreist", hieß es.

Deutlich schwächer notierten die Aktien des Chemiekonzerns Bayer, was Händler auf einen niederigeren Preis in den USA für das Milzbrand-Medikament Ciprobay zurückführten.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Vormittag um 0,5 Prozent fester bei 4836 Zählern, nachdem er bereits am Mittwoch einen Zuwachs von mehr als zwei Prozent mit aus der Sitzung genommen hatte. In den vergangenen zwei Wochen hatte der wichtigste deutsche Index damit mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen. Marktteilnehmer äußerten zunehmend ihr Unverständnis über den Anstieg angesichts der unverändert schlechten konjunkturellen Lage. "Sollten aber keine extrem schlechten Nachrichten kommen, denke ich, dass der Markt weiterhin ansteigen wird", sagte ein Börsianer. Bei unveränderter Nachrichtenlage setze der Markt meistens seinen Trend fort.

Am Neuen Markt notierte der Blue-Chip-Index Nemax50 um mehr als drei Prozent fester bei 1121 Zählern. Der MDax für die mittelschweren Werte stieg um 0,4 Prozent auf 4220 Punkte. In den USA hatte der Technologieindex Nasdaq am Mittwoch 1,6 Prozent fester bei 1731 Punkten geschlossen, der Dow Jones ging kaum verändert mit 9345 Zählern aus der Sitzung.

Am deutschen Markt warteten die Investoren auf die Ratssitzung der EZB am Mittag. "Ich denke mal, dass sie die Zinsen um 25 Basispunkte senken werden", sagte ein Händler. Eine Reduzierung um einen Viertel Prozentpunkt sei auch bereits in den Kursen berücksichtigt. "Sollte allerdings nichts passieren, wird das den Markt schon enttäuschen", fügte er hinzu. Auch die Mehrheit der von Reuters befragten Analysten geht von einer Senkung um 25 Basispunkte auf dann 3,50 Prozent im Schlüsselzins aus.

Von dieser Hoffnung wurden insbesondere Technologie- und Finanzwerte beflügelt. Deutsche Bank legten 2,6 Prozent auf 63,95 Euro zu, Commerzbank stiegen 2,5 Prozent. Siemens und Infineon gewannen je bis zu 2,6 Prozent. HypoVereinsbank, die zuvor ihr Quartalsergebnis bekannt gegeben hatten, notierten kaum verändert bei 36,68 Euro. "Die Zahlen sind eigentlich eine Katastrophe, aber der Markt hatte schlechte Zahlen erwartet", sagte ein Händler.

Deutlich schwächer notierten die Aktien von Bayer, die um knapp vier Prozent auf 34,21 Euro nachgaben. Händler sagten, unter anderem würden die niedrigeren Preise, die der Chemiekonzern für sein Milzbrand-Medikament Ciprobay bekommt, die Aktie belasten. "Das Unternehmen bekommt weniger Geld und sowas ist immer schlecht." Zudem hatten einige Investmentbanken die Aktie heruntergestuft.

Die im MDax gelisteten Merck-Titel stiegen um 2,3 Prozent auf 41,75 Euro, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal 2001 mit einem kräftigen Anstieg des operativen Ergebnisses die Schätzungen von Analysten übertroffen hatte.

Puma gewannen 9,9 Prozent auf 22,92 Euro, nachdem der Sportartikelhersteller mitgeteilt hatte, im dritten Quartal sein Ergebnis fast vervierfacht zu haben und auch 2002 mit zweistelligen Zuwachsraten zu rechnen.

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