Bayer kommentiert mögliche Kooperation mit GSK nicht
Analyst: Kooperation Bayer Glaxo würde Sinn machen

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat eine Stellungnahme zu Berichten abgelehnt, der britische Wettbewerber GlaxoSmithKline (GSK) erwäge ein Angebot für die Pharmasparte der Leverkusener.

Reuters LEVERKUSEN. Derartige Spekulationen würden nicht kommentiert, hieß es bei Bayer am Montag in Leverkusen. Aus Branchenkreisen hatte Reuters am Sonntag erfahren, Europas größter Pharmakonzern GlaxoSmithKline gehöre zu einer Reihe von Unternehmen, die ein Übernahmeangebot für die angeschlagene Pharmasparte des Bayer-Konzerns erwägen. "Eine Reihe von Unternehmen stellen ihre Berechnungen dazu an, aber auf einer Skala von "Heiß" bis "Kalt" ist man noch im lauwarmen Stadium", hatte es in den Kreisen geheißen. Die Bayer-Aktie legte am Montag im Handelsverlauf stark zu.

Der Bayer-Konzern hatte in der vergangenen Woche eine Strategieänderung vollzogen und mitgeteilt, bei einer Partnerschaft im Pharmabereich nun nicht mehr länger auf einer Mehrheit bestehen zu wollen. Eine Partnerschaft, in der Bayer die Mehrheit halte, sei nicht mehr realistisch, hatten die Leverkusener mitgeteilt. Der Strategiewechsel selbst kam nicht unerwartet, nachdem der Konzern mit seinem Mehrheitsanspruch nach monatelanger Partnersuche gescheitert war. Mit dem Schritt öffnete Bayer nach Einschätzung von Beobachtern die Tür für die Großen der Branche, die zuvor nicht bereit gewesen waren, sich mit einer Minderheitsbeteiligung abzufinden.

GSK ist einer der offensichtlichsten Kandidaten für Bayer, da der Konzern bereits bei der Vermarktung des vielversprechenden Anti-Impotenz-Mittels Vardenafil/Levitra mit den Briten zusammenarbeitet. Beide sind der Ansicht, dass Vardenafil auf dem weltweit schnell wachsenden Markt für Medikamente gegen erektile Dysfunktionen ein Potenzial von über eine Milliarde Dollar Jahresumsatz hat. Der Marktstart von Vardenafil/Levitra ist für kommendes Jahr geplant.

In der vergangenen Woche hatte Reuters aus Branchenkreisen erfahren, dass eine Vereinbarung für die Bayer-Pharmasparte nicht unmittelbar bevorstehe. Dabei wurden neben GSK die schweizerische Roche und der US-Konzern Bristol-Myers Squibb als Interessenten für den Geschäftsbereich genannt. Bei Analysten fiel auch der Name Aventis als möglicher Partner für die Pharma-Sparte.

"Aus unserer Sicht würde einiges für die Kombination GSK-Bayer sprechen", erklärte Pharma-Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz in einem Kurzkommentar. Die Briten hätten den Großteil der Synergien aus zurückliegenden Fusionen bereits gehoben. Auf Grund des Produktportfolios und dem Bestand an in der Entwicklung befindlichen Arzneimitteln falle es zunehmend schwer, stark steigende Gewinne zu zeigen. "Die Übernahme von Bayer Pharma würde auf der (deutschen) Kostenseite erhebliche Synergien bringen", ergänzte Groschke, der zudem auf die bestehende Kooperation bei Vardenafil/Levitra hinwies. "Ob sich die Übernahme für GSK lohnt, hängt letztlich vom Preis und der Möglichkeit massiver Entlassungen in Deutschland ab", fügte er hinzu.

Die Bayer-Aktie reagierte auf den Bericht mit einem kräftigen Kursplus von drei Prozent auf 23 Euro. Der Dow-Jones-Stoxx-Health-Index für die europäischen Pharmawerte lag gleichzeitig mit 0,46 Prozent im Plus bei 338 Punkten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%