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Bayer Leverkusen fährt ernüchtert nach Kiew

Bayer Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler wollte beim Abflug zum Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew vom glorreichen Sieg gegen Real Madrid nichts mehr wissen.

dpa KIEW. Bayer Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler wollte beim Abflug zum Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew vom glorreichen Sieg gegen Real Madrid nichts mehr wissen.

"Hoffentlich ist der Rausch nun endlich vorbei", grummelte er vor der Begegnung in der ukrainischen Metropole. Mit einer Niederlage würde seine Mannschaft binnen sechs Tagen nach dem Pokal-K.o in Bremen (2:3) und der Schlappe in Stuttgart (0:3), mit der der Anschluss an die Bundesliga-Spitze verloren ging, auch in der "Königsklasse" möglicherweise vorentscheidend ins Hinterreffen geraten. Mit einem Remis oder sogar einem Sieg würde Bayer die Tür zum Achtelfinale weit öffnen. "Ein Punktgewinn wäre in Kiew auf Grund unserer psychologischen Situation ein Erfolg", sagte Augenthaler.

Der 47 Jahre alte frühere Nationalspieler weiß, dass die Lage in der Gruppe B für die Leverkusener günstiger nicht sein könnte, da die Topfavoriten Real Madrid und AS Rom in der Krise stecken. Bei den Madrilenen räumte Trainer José Antonio Camacho nach dem Grusel- Fußball seiner Weltauswahl entnervt den Stuhl. Und bei den Römern quittierte Chefcoach Rudi Völler am Wochenende seinen Dienst. Zu diesem Chaos kommt noch, dass die Italiener wegen der Fan-Attacke gegen Referee Anders im Kiew-Spiel die nächsten Champions-League Partien gegen Bayer und Real ohne Zuschauer austragen müssen. "Dies müssen wir nutzen, was aber nur mit größeren Aufwand funktionieren wird", meinte Augenthaler.

Das habe er der Mannschaft nach dem schlappen Kick gegen Stuttgart deutlich gemacht. "Ich glaube, dass die Spieler dies kapiert haben. Sie müssen immer an die Leistungsgrenze gehen", sagte Augenthaler, "jetzt hat die Mannschaft die Chance, es zu beweisen und in die Erfolgsspur zurückzukehren."

Dass die schwachen Darbietungen nach der rauschenden Ball-Nacht gegen Madrid (3:0) auch den letzten Mann aufgerüttelt haben, hofft auch Interimskapitän Carsten Ramelow: "Wir müssen uns jetzt aufraffen und etwas unternehmen, um da rauszukommen. Wenn es jetzt nicht Klick macht, verstehe ich es nicht mehr."

Der Vizeweltmeister weiß zwar nicht genau, wie man aus dem Tief heraus kommt, dafür aber, dass es überall brennt: "Ob vorne oder hinten, es fehlt im Moment überall." In der Abwehr wird Jens Nowotny, der zuletzt an Knieproblemen laborierte, wieder für Stabilität sorgen. "Wir haben darauf hin gearbeitet, er wird spielen", kündigte Augenthaler an. Fehlen wird dagegen in der Verteidigung Roque Junior (Adduktorenprobleme).

Für den Bayer-Chefcoach ist Dynamo Kiew, das nach dem Spielabbruch in Rom zum Sieger erklärt wurde, keineswegs der Außenseiter der Gruppe. "Mit Sicherheit ist das nicht so", warnte Augenthaler, "das ist eine hervorragende und laufstarke Mannschaft von internationalem Format." Immerhin hat der ukrainische Meister schon 33 Mal am Europacup teilgenommen und gewann 1975 sowie 1986 den Pokalsieger- Wettbewerb. In dieser Saison hat Dynamo, das von 82 000 Zuschauern unterstützt wird, mit dem neuen Trainer Jojif Sabo keines der sieben Meisterschaftsspiele verloren.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Dynamo Kiew: Schowskowskij - Ghioane, Sablic, Gavrancic, El Kaddouri - Rodolfo, Leko, Jussuf, Husjew - Kleber, Verpakovskis

Bayer 04 Leverkusen: Butt - Schneider, Juan, Nowotny, Placente - Ramelow - Freier, Ponte, Krzynowek - Berbatow, Franca

Schiedsrichter: Nielsen (Dänemark)

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