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Bayer Leverkusen gescheitert

Bayer Leverkusen ist auch beim dritten Gipfelsturm innerhalb von elf Tagen gescheitert und damit seinem Ruf als "ewiger Zweiter" auf beinahe tragische Weise treu geblieben.

dpa GLASGOW. Nach der verspielten deutschen Meisterschaft und dem verlorenen Pokal-Finale ging der Werksclub am Mittwochabend mit der unglücklichen 1:2 (1:2)- Niederlage im Endspiel der Champions League gegen Real Madrid auch auf der internationalen Bühne leer aus. Während die Spanier vor 51 456 Zuschauern im ausverkauften Hampden Park von Glasgow ihren dritten Triumph in der Königsklasse des europäischen Fußballs seit 1998 und den neunten im Landesmeister-Wettbewerb insgesamt feierten, endete für die Elf von Trainer Klaus Toppmöller trotz erneut bravouröser Leistung eine große Saison in Tristesse.

Zum Knackpunkt aus Leverkusener Sicht wurde wie bei der 2:4-Pokal- Schlappe gegen Schalke am Samstag ein Gegentor Sekunden vor der Halbzeit. Mit seinem Treffer zum 2:1 zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt für Bayer stellte Welt- und Europameister Zinedine Zidane für Real die Weichen auf Sieg. Zuvor hatte Lucio (14.) in einem eine Halbzeit lang temporeichen und hochklassigen Finale die frühe Madrider Führung durch Raul (9.) ausgeglichen. Die UEFA-Prämie von 4,08 Mill. ? für die Final-Teilnahme stellte für die Verlierer am Ende nur einen schwachen Trost dar. Insgesamt hat Bayer in der nun abgeschlossenen Saison der Champions League rund 35 Mill. ? an Einnahmen erlöst.

Vier Tage nach der Pokal-Pleite mobilisierte Bayer im Duell gegen den in dieser Saison national ebenfalls titellosen spanischen Rekordmeister noch einmal alle Kräfte. Nach dem Motto "Jetzt erst recht" steckte die von Toppmöller glänzend eingestellte Mannschaft den frühen Rückstand weg, ließ sich von den großen Namen des Gegners nicht ins Bockshorn jagen und setzte gegen das Starensemble aus Madrid, in dem Zidane herausragte, aber Luis Figo blass blieb, selbst spielerische Glanzlichter.

Dreh- und Angelpunkt bei den Leverkusenern, die ebenso couragiert und diszipliniert auftraten wie bei den Spielen in Liverpool und Manchester, war Michael Ballack. Bei seinem letzten Auftritt im Bayer-Trikot schwang sich der Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft zum Ideengeber und Spielgestalter auf. An seiner Seite leisteten Bernd Schneider und Diego Placente ein enormes Laufpensum. In der Schlussphase schnürte Bayer seinen renommierten Kontrahenten regelrecht im eigenen Strafraum ein.

Nach 8:01 Minuten schien das Konzept Leverkusens durch Rauls Führungstor bereits über den Haufen geworfen. Reals Torjäger nahm einen weiten Einwurf von Roberto Carlos auf, spurtete seinem Bewacher Lucio davon und erwischte Bayer-Schlussmann Hans-Jörg Butt mit einem haltbar scheinenden Schuss auf dem falschen Fuß. Doch das insgesamt 34. Champions League-Tor von Raul schockte den deutschen Vizemeister keineswegs und wenig später machte Lucio seinen Fehler wieder wett. Nach einer Freistoß-Flanke von Bernd Schneider überwand der von den Madridern heiß umworbene Brasilianer den beim Herauslaufen zögernden Real-Torhüter Cesar per Kopfball zum viel umjubelten Ausgleich.

Danach streifte die Werkself endgültig die anfänglichen Hemmungen ab und bot Real auch spielerisch Paroli. Zum Staunen der rund 14 000 mitgereisten Fans entwickelte Bayer mehr Tordrang als die vor allem in der Abwehr verwundbaren "Königlichen". In der 22. Minute warf sich Cesar dem freistehenden Thomas Brdaric vor die Füße, der den gelb- gesperrten Brasilianer Ze Roberto auf der linken Seite bis zu seiner Auswechslung (39.) gut vertrat. Danach prüfte Boris Zivkovic (27.) Reals Schlussmann mit einem Flachschuss aus 16 Metern. Als das Führungstor für die Deutschen nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, wurden sie wieder Sekunden vor der Halbzeit eiskalt erwischt. Eine Flanke von Roberto Carlos jagte Zidane (45.) aus der Drehung unhaltbar für Butt in den Torwinkel.

Mit großem Einsatz versuchte Bayer nach Wiederanpfiff, das Blatt noch einmal zu wenden, doch lief das Kombinationsspiel nicht mehr so flüssig wie zuvor. Real beschränkte sich in der zusehends verflachenden Partie darauf, das Geschehen zu kontrollieren und lauerte auf gelegentliche Konter. Als die spanischen Fans auf den Rängen nach gut einer Stunde bereits erste "Viva Espana"-Gesänge skandierten, schickte Toppmöller mit dem 36-jährigen Ulf Kirsten seinen Joker auf den Rasen. Doch auch dem Teamsenior blieb in seinem 74. Europacup-Spiel der Ausgleich und damit sein 42. Tor im internationalen Geschäft versagt. Die letzten Chancen zum 2:2 vergaben Ballack (82.), Dimitar Berbatow (85.) und in der Nachspielzeit Torhüter Butt, dessen Kopfball neben das Tor flog.

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