Bayer-Manager Calmund betont Fürsorgepflicht
„Gelber Schein" für Simak

Der Tscheche ist nervlich und physisch nicht fit für Bundesliga. das hat ihm heute der Vereinsarzt von Bayer Leverkusen bescheinigt und ihn vorerst krank geschrieben. Von einem möglichen Ende seiner Karriere war aber nicht mehr die Rede.

HB HANNOVER. Die beiden Klubs haben den 24 Jahre alten Tscheche wegen eines "Erschöpfungssyndroms" aus dem Verkehr gezogen. Der 24 Jahre alte Tscheche ist wegen eines "Erschöpfungssyndroms" von den beiden Bundesligaclubs aus dem Verkehr gezogen worden. "Er fühlt sich nervlich und körperlich nicht in der Lage, den Druck des Profifußballs auszuhalten. Er ist bis auf weiteres krankgeschrieben und wird fachärztlich behandelt", heißt es in einer Presseerklärung der Clubs vom Dienstag. Simak ist von Bayer Leverkusen bis zum 30. Juni 2004 an Hannover 96 ausgeliehen. Sein Vertrag in Leverkusen läuft bis 2007.

Der Mittelfeldakteur galt seit vergangenen Mittwoch verschollen, ehe er sich am Montagabend zurückmeldete. In Frankfurt/Main hatte Simak ein längeres Gespräch mit 96-Cheftrainer Ralf Rangnick, Sportdirektor Ricardo Moar und Bayer-Manager Reiner Calmund. Außerdem saßen die Simak-Berater von der Firma "Rogon" am Tisch. In der Unterhaltung sprach der Spieler offen über seine Schwierigkeiten. Wegen seiner gesundheitlichen Probleme wurde eine internistische Untersuchung vereinbart, die am Dienstag Bayer-Vereinsarzt Karl- Heinrich Dittmar vornahm. Er diagnostizierte ein Erschöpfungssyndrom und schrieb ihn krank.

"Wir versuchen, Jan persönlich und menschlich zu helfen, denn wir haben eine Fürsorgepflicht für ihn. Der wollen wir damit im vollen Umfang nachkommen", sagte Bayer-Manager Calmund. Hannovers Clubchef Martin Kind und Trainer Rangnick hoffen, dass Simak nach einer Auszeit der Mannschaft wieder zur Verfügung steht. Nach Informationen von Manager-Assistent Carsten Linke ist Simak inzwischen nach Tschechien zurückgekehrt. Spätestens in einer Woche muss sich der Profi bei Bayer Leverkusen zurückmelden.

"Sportlich trifft uns sein Ausfall hart", meinte der 96-Coach. Er fügte hinzu: "Die Schritte, die jetzt eingeleitet worden sind, sind richtig. Jan hat auf mich einen müden Eindruck gemacht. Er weiß aber auch, dass die Türen bei 96 für ihn offen sind." Kind hatte sich vor Saisonbeginn für eine Rückkehr des Mittelfeldspielers stark gemacht. Simak hatte bereits in den Serien 2000/2001 und 2001/2002 für Hannover 96 gespielt.

Der für seine Eskapaden berüchtigte Profi hatte sich in dieser Saison bis zu seinem Verschwinden in Hannover korrekt verhalten. Seine Leistungen auf dem Platz stimmten. Dem plötzlichen Abflug in seine Heimat folgten Gerüchte über die Gründe seiner Flucht. Sie reichten von Depressionen über Liebeskummer bis hin zu einer Fußball- Müdigkeit. Ein mögliches Ende seiner sportlichen Laufbahn war am Dienstag aber nicht mehr im Gespräch.

"Sollte er mit Fußball aufhören, hätte das für Leverkusen dramatischere Auswirkungen als für uns", sagte 96-Vorstandschef Kind. Bayer Leverkusen hatte Simak voriges Jahr für 6,5 Mill. ? vom Bundesliga-Konkurrenten gekauft und ihm einen Vertrag bis zum 30. Juni 2007 gegeben. Er soll 1,8 Mill. ? im Jahr verdienen. Hannover 96 zahlt derzeit ein Drittel seines Gehaltes.

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