Bayer nimmt Gewinnprognosen zurück
Dax bleibt im Minus

Knapp behauptet notiert der Dax am Mittwochvormittag. Der Index verliert bis gegen 10.44 Uhr 0,2 % auf 5 831 Punkte. Der Tag steht dabei im Zeichen der Fed-Entscheidung, die am Abend bekannnt gegeben werden soll. "Davor wird nicht viel passieren", meinen Händler, die einen weiterhin extrem ruhigen Handelstag sehen.

vwd FRANKFURT. Allgemein werde eine weitere Leitzinssenkung der US-Notenbank vorhergesagt. Fraglich sei nur, ob um die bereits eingepreisten 25 oder um 50 Basispunkte. Nach den Erfahrungen der zurückliegenden Zinssenkungen seien die Hoffnungen allerdings gering, dass außer eines kurzen Strohfeuers ein länger anhaltender Impuls für die Börse dabei herauskomme.

Gleichzeitig werden die Zinssenkungsfantasien durch eine neue Gewinnwarnung gedämpft. Die Hiobsbotschaften nähmen kein Ende, sagt ein frustrierter Marktteilnehmer vor Börsenbeginn als Reaktion auf die Ankündigung von Bayer, die Prognosen nicht zu erreichen. Die Warnung sei zwar keine "riesengroße Überraschung", dennoch seien die Hoffnungen auf eine Besserung der Chemiekonjunktur und einen damit verbundenen Kursanstieg vorerst dahin. Händler sehen daher wieder Druck auf die Chemietitel. Allerdings seien diese Werte nach der BASF-Gewinnwarnung bereits "abgestraft" worden, heißt es. Bayer verlieren 0,4 % auf 43,17 EUR, während BASF um 0,6 % auf 44,08 EUR steigen.

Die von der Deutschen Börse angekündigte Aufnahme von MLP in den Dax bleibt vorerst ohne große Auswirkungen auf den Kurs des Unternehmens. "Die Aktien sind schon sehr gut gelaufen und mittlerweile nicht mehr billig", erklärt ein Beobachter. Der Kurs werde erst anziehen, wenn die Aufnahme wirklich umgesetzt werde. "Dann werden sich indexorientierte Fonds eindecken", heißt es. MLP sinken um 0,8 % auf glatt 125 EUR.

Neue Nachrichten, die der "Aktie Gelb" Auftrieb geben könnten, seien bei der Hauptversammlung der Deutschen Post nicht zu erwarten, heißt es aus dem Handel. Da der Kurs seit drei Monaten unter dem Ausgabepreis verharre, dürfte die erste öffentliche Hauptversammlung zu einem Forum des Unmuts werden. Die Aktien gewinnen leicht um 0,2 % auf 18,39 EUR ab.

Als "ehrenwert, aber bei einem Schuldenberg von über 60 Mrd EUR nicht der Knaller", beurteilen Händler die von der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe) berichteten Sparpläne der Deutschen Telekom. Dem Zeitungsbericht zufolge will die Deutsche Telekom mit einem Kostensenkungsprogramm bis zum Jahr 2004 mindestens vier Mrd EUR gespart werden. Davon entfallen rund 1,5 Mrd EUR in das laufende Geschäftsjahr, schreibt das Blatt mit Verweis auf Unternehmenskreise. Händler sagen, schwerwiegender könnte die Ankündigung der Regulierungsbehörde wiegen, das Ortsnetzmonopol des pinkfarbenen Riesen bis zum Jahresende zu beenden. "Dabei ist das Festnetz der einzige Bereich, der Geld macht", gibt der Experte zu bedenken. Die T-Aktie gibt 0,9 % auf 24,13 EUR ab.

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